Es war ein langer Weg bis zur Ausrufung des internationalen Gesundheitsnotstands für die Ebola-Krise im Kongo. Erst im vierten Anlauf erklärte sich die WHO zu diesem Schritt bereit. Dagegen gab es lange Widerstand, national und international. Einer der Kritikpunkte: Die ohnehin schon große Skepsis der Kongolesen gegenüber den Gesundheitsbehörden könnte durch die Ausrufung des Notstands weiter geschürt werden.

Die Weltgesundheitsorganisation hat in der Demokratischen Republik Kongo den Gesundheitsnotstand ausgerufen.
Foto: AP Photo/Jerome Delay

Diese Skepsis ist Experten zufolge die größte Hürde, um die Ebola-Krise zu bewältigen. Sie hat mehrere Gründe: Die vor allem vom Virus betroffenen Provinzen Nord-Kivu und Ituri stehen schon seit Jahren in Konflikt mit der Zentralregierung in Kinshasa. Viele dort glauben, die Regierung verbreite das Virus, um die Menschen in diesen Regionen zu dezimieren – wenn sie nicht sowieso davon ausgehen, dass das Virus gar nicht existiere.

Hinzu kommt, dass im Kongo eine der weltgrößten Nahrungsmittelkrisen herrscht. Der NGO Norwegian Refugee Council zufolge fragen sich viele: Wieso soll ich mich gegen Ebola impfen lassen, wenn ich nichts zu essen habe?

Der Gesundheitsnotstand wird von den im Land tätigen Hilfsorganisationen begrüßt. Sie hoffen auf mehr Geld und Impfstoff. Damit Letzterer aber tatsächlich zur Anwendung kommt, muss Vertrauen aufgebaut werden – indem die internationale Staatengemeinschaft auch den Hunger im Kongo effektiv bekämpft. (Kim Son Hoang, 18.7.2019)