Auch beim Airbus A321 neo soll es nun Probleme geben.

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New York / Chicago – Der US-Flugzeugbauer Boeing hofft, im Herbst wieder eine Betriebserlaubnis für die mit einem weltweiten Flugverbot belegte 737 Max zu bekommen. Der Konzern erklärte am Donnerstag, angestrebt werde eine Rückkehr zum Flugbetrieb zum Beginn des vierten Quartals dieses Jahres. Das sei aber nur eine "bestmögliche Schätzung", der tatsächliche Termin könne davon abweichen. Derweil gibt es Meldungen über ein ähnliches Problem beim Konkurrenten A321 neo von Airbus.

Für die 737 Max gilt seit März ein weltweites Flugverbot. Zuvor waren bei zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs in Indonesien und Äthiopien insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. Ermittler vermuten, dass die Unglücke mit einem Stabilisierungssystem zusammenhängen, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt.

Kosten in Leben und Dollar

Die Katastrophen haben Boeing in eine schwere Krise gestürzt und viel Kritik laut werden lassen. Auch die finanziellen Auswirkungen sind massiv: Die Kosten des Flugverbots schlagen laut Boeing-Angaben vom Donnerstag im zweiten Quartal mit 4,9 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) zu Buche. Der Flugzeugbauer muss die Fluggesellschaften entschädigen, die die 737 Max derzeit nicht einsetzen können und deswegen zehntausende Flüge streichen müssen.

Die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines verschob am Donnerstag zum wiederholten Male den Termin, zu dem sie mit einer Wiederaufnahme des 737-Max-Betriebs rechnet. Die Maschinen werden nun bis Anfang November nicht eingeplant.

Probleme bei Airbus?

Indes hat die Europäische Luftfahrtbehörde (Easa) offenbar auch beim Boeing-Konkurrenten Airbus, der von den Problemen bisher profitiert hatte, einen Fehler gefunden. Dieser betrifft den A321 neo, der genauso wie die 737 Max mit vergrößerten Triebwerken unterwegs ist. Das Problem beziehe sich ebenfalls auf einen Fehler im Flugsteuerungscomputer, heißt es.

Es könne zu einer "reduzierten Kontrolle des Flugzeugs führen" und ebenso wie bei der 737 Max zu "überzogenen Neigungslagen" führen. Dafür müssten aber mehrere Faktoren zusammenkommen, etwa eine Flughöhe von unter 30 Metern, wie ein Airbus-Sprecher am Freitag mitteilte.

Als Reaktion empfiehlt die Easa bisher aber kein Grounding, sondern nur Änderungen in den Handbüchern. Dafür wird Airbus bis Ende August Zeit gegeben. Die Easa selbst schließt nicht aus, dass dieser Maßnahme weitere folgen könnten. Von Airbus gab es zunächst keine Reaktion. (red, APA, 19.7.2019)