Am Donnerstag wurde Carola Rackete zunächst von der italienischen Staatsanwaltschaft und dann von Journalisten befragt.

Foto: Reuters / GUGLIELMO MANGIAPANE

Rom – Die deutsche Kapitänin Carola Rackete hat Italien nach Angaben ihrer Organisation Sea-Watch verlassen. Rackete sei ihres Wissens nach Deutschland aufgebrochen und werde dann woanders hinfahren, sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation am Freitag. Nähere Angaben machte sie nicht.

Die 31-jährige Rackete aus Niedersachsen war mit dem Schiff Sea-Watch 3 mit dutzenden Migranten an Bord unerlaubt in italienische Gewässer und den Hafen von Lampedusa gefahren. Gegen sie wird in Italien unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt. Am Donnerstag hatte sie sich noch einmal den Fragen der Staatsanwaltschaft gestellt.

Klage gegen Innenminister

Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini erklärte am Freitag, er könne es nicht erwarten, "diese verwöhnte deutsche Kommunistin auszuweisen und sie nach Hause zu schicken". Rackete hatte Salvini bereits vergangene Woche wegen Verleumdung geklagt.

Am Freitag hat auch der Polizeichef im sizilianischen Agrigent die Sicherheitsvorkehrungen für den im Fall ermittelnden Staatsanwalt Luigi Patronaggio erhöht. Auch die Untersuchungsrichterin Alessandra Vella erhielt mehr Polizeischutz.

Vella hatte am 2. Juli die Freilassung Racketes beschlossen. Der italienische Innenminister Matteo Salvinis hatte sie deshalb heftig kritisiert und ihren Beschluss als "skandalös" bezeichnet. Im Internet gab es unzählige Hasspostings und Drohungen gegen Vella. (APA, 19.7.2019)