Ein Waffengeschäft in Christchurch, Neuseeland. Menschen, die ihre Waffen legal erworben haben, sollen bei einer Rückgabe an die Polizei bis zu 95 Prozent des Kaufpreises zurückerhalten. Bisher wurden fast 3.300 Waffen ausgehändigt.

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Beinahe 3.300 Waffen wurden der neuseeländischen Polizei im Rahmen ihres großen Waffenrückkaufs bisher übergeben. Vor einer Woche war die Aktion angelaufen, die es den Besitzern von nunmehr verbotenen Waffen ermöglicht, ihre Gewehre für bis zu 95 Prozent des ursprünglichen Preises an den Staat zu verkaufen.

Die Regierung hat für die Rückkauf-Aktion ein Budget von 200 Millionen Neuseeland-Dollar, umgerechnet etwa 121 Millionen Euro, bereitgestellt. Vom Rückkauf betroffen sind viele halbautomatische Waffen sowie alle Einzelteile, mit denen legale Waffen aufgerüstet werden können. Bis Dezember können Besitzer mittlerweile verbotener Waffen diese auf Buyback-Events im ganzen Land der Polizei gegen Geld aushändigen, ohne belangt zu werden.

Reaktion auf Attentat

Der große Rückkauf ist eine von vielen Maßnahmen gegen Waffengewalt, die die neuseeländische Regierung nach dem Anschlag von Christchurch im März beschlossen hat. Nachdem ein rechtsextremer Terrorist bei einem Attentat 51 Menschen erschossen hatte, brachte die neuseeländische Regierung rund um Premierministerin Jacinda Ardern innerhalb von nur sechs Tagen ein neues, verschärftes Waffengesetz auf den Weg.

Die neuseeländische Polizei präsentierte Waffen des betroffenen Typs auf einer Pressekonferenz.
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Seither sind jene halbautomatischen Waffen verboten, die die Regierung nun zurückkauft. Es wird vermutet, dass im Land insgesamt 13.500 Waffen des betroffenen Typs im Umlauf sind – dieselbe Art von Waffe, die auch der mutmaßliche Attentäter verwendet hatte.

Weitere Maßnahmen

Der Polizeiminister Stuart Nash zeigte sich nach dem Auftakt des Rückkaufs zufrieden. "Neuseeland hat noch nie einen Waffenrückkauf unter Amnestie veranstaltet. Monate harter Arbeit wurden investiert, und es hat sich gelohnt." Doch die Rückkauf-Aktion ist nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu weniger Waffengewalt: Am Montag kündigte Ardern weitere Maßnahmen an.

So sollen in den kommenden fünf Jahren ein Waffenregister geschaffen, höhere Hürden für den Erhalt einer Waffenlizenz eingeführt und ein Gesetz erlassen werden, das es Touristen verbietet, in Neuseeland Waffen zu kaufen. (rio, 22.7.2019)

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