Ritch Allison, CEO der globalen Pizza-Schnellrestaurantkette Domino's, sagt, Roboter seine Pizza machen zu lassen sei das Letzte, was er wolle. "Ich will die Magie des Pizzamachens auf jeden Fall behalten." Im Gespräch mit dem "Wall Street Journal" bleibt das aber auch schon der einzige Stein, der in den nächsten Jahren nicht umgedreht wird.

Pizzalieferanten spielen in Domino's Langzeitplanung an vielen Geschäftsorten wohl schon bald keine Rolle mehr.
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Domino's startete in den 1960ern, baute 2007 einen Online-Bestellservice auf und testete in den USA mittlerweile umfassende Möglichkeiten der Pizzalieferung durch autonome Fahrzeugen und Drohnen, denn es mache wenig Sinn, eine ein paar hundert Gramm schwere Pizza in einer zwei Tonnen schweren Maschine zu transportieren, die so massiv gebaut sei, dass sie Insassen auch bei schweren Unfällen schütze. Da müsse es effizientere und kostengünstigere Alternativen geben.

Kampf jeden Kunden

Ebenso dürfe kein potenzieller Kunde mehr verlorengehen, weshalb "Dom", Domino's Spracherkennungssoftware, bereits in 40 der mehr als 16.000 weltweiten Läden die Bestellungen der Kunden vor allem in den Hauptgeschäftszeiten – an den Wochenenden am Abend – entgegennimmt. Über die digitalen Angebote wird zudem das Menü permanent variiert, neue Kombinationen werden anhand verschiedener Personen ausprobiert und künftig wohl noch punktgenauer auf persönliche Interessen abgestimmt.

Um die Effizienz zu steigern, wird der von Robotern hergestellte Teig auch mechanisch runtergekühlt, um schneller verarbeitet werden zu können. Die Arbeitszeiteinteilung macht heute bereits der Computer, nicht der Personalchef.

Nicht jedermanns Geschmack, aber beliebt: Pizzas von Domino's.
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In dieser scheinbar voll durchautomatisierten Zukunftsvision bleibt unterhalb der Managerschicht eigentlich nur noch Platz für die Pizzabäckerinnen und -bäcker sowie die Reinigungskräfte – ein Schicksal, das wohl viele Branchen teilen, womit dann aber wiederum andere Jobs geschaffen werden könnten. (red, 24.7.2019)