Boris Johnson hat noch Einiges zu tun. Vor allem EU-Freundinnen und -Freunde wird er kaum überzeugen können.

Foto: AP / Francisco Seco

London – Eine erste Befragung nach der Wahl von Boris Johnson zum Chef der britischen Konservativen und designierten Nachfolger von Theresa May als Premierministerin stellt dem Londoner Exbürgermeister und früheren Außenminister ein schlechtes Zeugnis aus: 37 Prozent, die mit Abstand größte Zahl der Befragten, sind über den Ausgang der Wahl "bestürzt", weitere zehn Prozent sind "enttäuscht" über den Sieg des Brexit-Hardliners – insgesamt sind das 47 Prozent der Befragten, also mit deutlichem Abstand die Mehrheit jener, die eine Meinung äußerten.

Begrüßt wird das Ergebnis der konservativen Urwahl von insgesamt 28 Prozent der Befragten. Davon sind 18 Prozent "erfreut" und zehn Prozent "hoch erfreut". Keine Meinung wollten acht Prozent zu Protokoll geben, 17 Prozent erklärten, dass das Ergebnis und die Frage, wer das Land künftig regieren werde, ihnen egal seien.

Vor den Konservativen liegt ohnehin ein harter Weg und viel Überzeugungsarbeit. Für den Fall einer Neuwahl legen Umfragen ein sehr unsicheres Bild nahe. Die Konservativen lagen im vergangenen Monat bei Werten zwischen 20 und 25 Prozent, Labour bei 20 bis 28 Prozent. Die proeuropäischen Liberaldemokraten und die Brexit-Partei von Nigel Farage kämen je auf etwa bei 16 bis 20 Prozent. (mesc, 23.7.2019)