Caleb Ewan geht als Erster über die Ziellinie.

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Das Feld am Pont du Gard.

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Nimes – Der kleine Caleb Ewan hämmerte nach seinem zweiten großen Coup mit der Faust gegen seine Brust, dann gönnte sich der Triumphator in der Hitzeschlacht von Nimes einen wohlverdienten Becher Schampus im ersehnten Schatten: Das nur 1,65 m große Kraftpaket aus Australien hat als erster Sprinter seinen zweiten Etappensieg bei der 106. Tour de France eingefahren und dem Lotto-Soudal-Team den dritten Tagessieg beschert.

Bei bis zu 39 Grad behielt Ewan an einem der heißesten Tour-Tage der Geschichte einen kühlen Kopf und siegte vor seinen Dauerrivalen Elia Viviani (Italien/Deceuninck-Quick Step) und Dylan Groenewegen (Niederlande/Jumbo-Visma), die damit beide ihren zweiten Etappensieg verpassten.

Alaphilippe behält das Gelbe

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Franzose Julian Alaphilippe ohne große Mühe. Der Quick-Step-Kapitän führt vor den letzten fünf Etappen mit 1:35 Minuten vor Titelverteidiger Geraint Thomas (Großbritannien/Ineos), der am Dienstag einen Sturz unverletzt überstand.

Der Däne Jakob Fuglsang musste am Dienstag aufgeben, er verletzte sich bei einem Sturz rund 30 km vor dem Ziel. Fuglsang, der den Tour-Härtetest Criterium du Dauphine gewonnen hatte, war vor der Etappe als Mahner aufgetreten. "Die Hitze sollte man wirklich ernst nehmen. Ein kleiner Fehler kann dich einen hohen Preis zahlen lassen", warnte er.

Beim Start am antiken Amphitheater von Nimes brannte die Sonne am frühen Dienstagnachmittag erbarmungslos, herrschten Temperaturen von 35 Grad. Zudem heizte sich der Asphalt auf der Strecke auf bis zu 80 Grad auf – die Anforderungen an Fahrer und Technik waren immens. Die Fahrer behalfen sich mit allerlei Tricks, einige schoben sich Eiswürfel in die Löcher ihrer Helme oder fuhren mit Kühlwesten.

Peloton lange kraftsparend unterwegs

Folgerichtig war das Peloton lange kraftsparend unterwegs. Die härteste Arbeit verrichteten in ihren Teams die Wasserträger, die am Dienstag im wahrsten Wortsinn ihrer Aufgabe nachgingen. Über das römische Aquädukt Pont du Gard nach rund 20 km, wo das Feld in malerischer Kulisse ein spektakuläres Bild abgab, fuhr eine fünfköpfige Ausreißergruppe mit dem Dänen Lars Ytting Bak (Dimension Data), mit 39 Jahren ältester Tourstarter, vorneweg. Das Feld hielt den Abstand aber bei maximal 90 Sekunden und stellte die Fluchtgruppe pünktlich 2500 m vor dem Ziel.

Der Kampf mit der südfranzösischen Gluthitze wird auch am Mittwoch ein Thema werden. Meteorologen halten für möglich, dass der Hitzerekord Frankreichs – ganz in der Nähe des Etappenstarts am Pont du Gard wurden Ende Juni 45,9 Grad gemessen – gebrochen wird. Schon vor den heißen Tour-Tagen in der kühleren Höhenluft der Alpen ab Donnerstag müssen die Favoriten auf dem 200 km langen Weg nach Gap daher auf der Hut sein. (sid, 23.7.2019)

16. Etappe rund um Nimes (177 km):
1. Caleb Ewan (AUS) Lotto-Soudal 3:57:08 Std.
2. Elia Viviani (ITA) Deceuninck-Quick-Step
3. Dylan Groenewegen (NED) Team Jumbo
4. Peter Sagan (SVK) Bora
5. Niccolo Bonifazio (ITA) Total Direct Energie
'6. Michael Matthews (AUS) Sunweb
7. Matteo Trentin (ITA) Mitchelton-Scott
8. Jasper Stuyven (BEL) Trek-Segafredo
9. Alexander Kristoff (NOR) UAE Team Emirates
10. Andrea Pasqualon (ITA) Wanty-Gobert alle gleiche Zeit

Weiter:
64. Gregor Mühlberger (AUT) Bora +54 Sek.
86. Marco Haller (AUT) Katjuscha +1:38 Min.
120. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora +2:08
138. Patrick Konrad (AUT) Bora +3:49

Gesamtwertung:
1. Julian Alaphilippe (FRA) Deceuninck-Quick-Step 64:57:32 Std.
2. Geraint Thomas (GBR) Ineos +1:35 Min.
3. Steven Kruijswijk (NED) Jumbo +1:47
4. Thibaut Pinot (FRA) Groupama-FDJ +1:50
5. Egan Bernal (COL) Ineos +2:02
6. Emanuel Buchmann (GER) Bora +2:14
7. Mikel Landa (ESP) Movistar +4:54
8. Alejandro Valverde (ESP) Movistar +5:00
9. Rigoberto Uran (COL) Education First +5:33
10. Richie Porte (AUS) Trek-Segafredo +6:30

Weiter:
28. Patrick Konrad (AUT) Bora +46:01
33. Gregor Mühlberger (AUT) Bora +53:51
136. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora +2:39:32 Std.
154. Marco Haller (AUT) Katjuscha +2:52:33