Mauritius ist bekannt für wunderschöne Strände. Multinationale Konzerne nutzen den Kleinstaat auch als Firmensitz, um weniger Steuern zu zahlen.

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Mauritius kennen die meisten als wunderschöne Urlaubsinsel im Indischen Ozean. Neue Enthüllungen zeigen die Rolle des Kleinstaats als Steuerparadies für multinationale Konzerne auf. Das Prinzip ist aus vergangenen Leaks hinreichend bekannt. Durch die üblichen rechtlichen Begünstigungen für Briefkastenfirmen entgehen sowohl Entwicklungsländern als auch Industriestaaten Milliarden an Steuereinnahmen.

Davon profitiert der Inselstaat. Doch neben den Konzernen ist es vor allem eine Heerschar von Anwälten, Wirtschaftsprüfern und Finanzdienstleistern, die komplexe und komplett legale Konstruktionen zur Steuervermeidung anbietet. Es sind dieselben Namen, die auch die Türschilder der Wiener Innenstadt und fast jeder anderen Metropole zieren. Steuervermeidung ist längst Big Business.

Der jüngste Vorstoß der G7 für eine Mindestbesteuerung von Unternehmen ist daher zu begrüßen. Dadurch würde beispielsweise ein heimisches Unternehmen, das seine Steuern in einer Oase verbucht, die Differenz auf die Mindeststeuer zu Hause abliefern müssen.

Zwei Dinge sollte man dabei berücksichtigen: Die Mindeststeuer sollte nicht zu hoch sein, damit sich weniger entwickelte Standorte über ihre Steuerpolitik attraktiv für tatsächliche Unternehmensansiedlungen vor Ort machen können. Der Fokus sollte darauf liegen, die bestehenden Steuerschlupflöcher ein für alle Mal zu schließen. (Leopold Stefan, 24.7.2019)