Sérgio Moro mit Präsident Jair Bolsonaro.

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Pro-Moro-Proteste in Rio de Janeiro.

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Brasilia – Nach einer Hackerattacke auf das Handy von Brasiliens Justizminister Sérgio Moro sind vier Verdächtige festgenommen worden. Die Verdächtigen – drei Männer und eine Frau – wurden in der Millionenmetropole São Paulo und in zwei Ortschaften im gleichnamigen Bundesstaat gefasst, wie die brasilianische Bundespolizei am Dienstag mitteilte.

Unklar war zunächst, ob die Hackerangriffe zu den Medienenthüllungen führten, die Moro in den vergangenen Wochen in Bedrängnis gebracht hatten. Die Enthüllungs-Plattform "The Intercept" hatte Textnachrichten veröffentlicht, die der frühere Richter Moro mit Staatsanwälten im Lava-Jato-Korruptionsverfahren gegen Ex-Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva ausgetauscht hatte. Moro hatte Lula 2017 zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

Verschwörung mit den Staatsanwälten

Laut "The Intercept" soll Moro sich mit den Staatsanwälten verschworen haben, um den linksgerichteten Ex-Präsidenten (2003-2010) ins Gefängnis zu bringen und damit eine Kandidatur Lulas bei der Präsidentschaftswahl 2018 zu verhindern. Die Wahl gewann dann der ultrarechte Kandidat Jair Bolsonaro, der Moro zu seinem Justizminister machte.

Die Enthüllungsplattform hat keine Angaben dazu gemacht, wie sie an die belastenden Textnachrichten gekommen ist. Moro, der jegliches Fehlverhalten abstreitet, hatte im Juni einen Hackerangriff auf sein Handy gemeldet. (red, APA, 24.7.2019)