Insgesamt könnte die Bank-Austria-Mutter die Mitarbeiterzahl um 29 Prozent reduzieren, fürchten Gewerkschafter.

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Mailand – Mediengerüchte, nach denen die Bank-Austria-Mutter Unicredit im Rahmen des neuen Unternehmensplans an den Abbau von 10.000 Jobs denkt, haben Sorge unter den Mitarbeitern der Mailänder Bank ausgelöst. Geschäftsführer Jean Pierre Mustier versicherte in einem Schreiben an die Mitarbeiter, dass in Sachen Jobabbau noch nichts bestimmt worden sei.

Jegliche Anpassung des Personalbestands von Unicredit "soll durch Vorruhestands-Lösungen und, wie immer, auf sozial verantwortliche Weise mit und in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern umgesetzt werden", kommentierte Mustier.

Der CEO dankte den Mitarbeitern für das gemeinsame Engagement zur Umsetzung des Plans "Transform 2019". "Ich weiß, dass wir in den letzten drei Jahren viel verlangt haben. Ihr unermüdlicher Einsatz für Unicredit und die Unterstützung von Transform 2019 war wertvoll, um aus uns eine stärkere und bessere Bank zu machen: Eine erfolgreiche paneuropäische Bank", so Mustier in seinem Schreiben.

Gewerkschaft besorgt

Lando Sileoni, Chef des Gewerkschaftsverbandes FABI, zeigte sich besorgt. Sollten die Gerüchte bestätigt werden, würde die Zahl der abgebauten Jobs unter Mustiers Führung auf 24.700 Personen seit 2016 wachsen. Dies entspreche 29 Prozent der Mitarbeiterzahl. Der Sanierungsplan 2016–2019 sah bereits eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl um circa 14.700 Personen vor.

Der Chef des Gewerkschaftsverbandes First Cisl, Riccardo Colombani, sprach von einer "kurzsichtigen Strategie" Unicredits, die die Kosten mit Personalreduzierungen zu reduzieren versuche. Diese Strategie müsse um jeden Preis bekämpft werden.

Laut den Gewerkschaften zählte Unicredit 2013 noch 140.000 Mitarbeiter, derzeit seien es 86.000. "Die Mitarbeiter kosten die Bank sechs Milliarden Euro, das sind 30 Prozent der Erlöse, die 2019 circa 20 Milliarden Euro betragen sollten", so Sileoni. Er äußerte die Sorge, dass Unicredit Italien verlassen könnte. (APA, 24.7.2019)