Kritik an Apples Methoden beim App Store.

Foto: Patrick Semansky / AP

Wenn es um die Bevorzugung eigener Dienste geht, steht üblicherweise Google in der Kritik. Nun erwischt es aber ausgerechnet dessen größten Konkurrenten im Smartphone-Bereich. Eine aktuelle Untersuchung erhebt schwere Vorwürfe gegen den iPhone-Hersteller.

Manipulation

Apple bevorzuge in der App-Store-Suche gezielt eigene Programme, berichtet das Wall Street Journal. So würden in 60 Prozent aller Kategorien an oberster Stelle Apps des iPhone-Herstellers in der Topposition gelistet, obwohl es in vielen davon wesentlich populärere Alternativen von Konkurrenten wie Amazon oder Google gebe.

So führe etwa die Suche nach "Books" in der US-Version des App Stores zunächst zum Apple-Angebot, obwohl Apple Books in der betreffenden Kategorie in Hinblick auf die Downloads nur an Stelle 168 liegt. Danach kommt dann eine beworbene App bevor erst die Amazon Kindle-App auftaucht. Das obwohl Kindle nicht nur deutlich mehr Downloads sondern auch erheblich bessere Wertungen als das Apple-Angebot hat. Sehr ähnlich sieht es bei Kartendiensten aus, wo Apple die eigene App vor Google Maps und Waze positioniert, obwohl diese wesentlich populärer sind.

Antwort

Den Vorwurf der Manipulation will Apple aber trotzdem nicht auf sich sitzen lassen: In einem Statement gegenüber The Verge heißt es, dass insgesamt 42 Faktoren in die eigene Suche einfließen, die erwähnten seien also nur ein kleiner Ausschnitt. So würden etwa auch Daten zum "Nutzerverhalten" einfließen. Apple-Kunden hätten generell eine starke Bindung zu den Diensten des Unternehmens, und würden die Suche oft verwenden, um nach diesen zu suchen, betont Apple. Daraus ergebe sich dann die Topposition für die entsprechenden Apps.

Untersuchung

Der Bericht kommt für Apple zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen sieht sich derzeit weltweit einer wachsenden Aufmerksamkeit durch Wettbewerbsbehörden ausgesetzt. Dabei ist immer wieder der Vorwurf zu hören, dass Apple seine eigenen Apps bevorzugt – und zwar auch jenseits der Suche. So wirft etwa der Musikstreaminganbieter Spotify Apple vor, dass man sich bei Apple Music einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschaffe, da alle anderen Anbieter für über den App Store abgeschlossene Abos eine Beteiligung von 30 Prozent an Apple liefern müssen. (red, 24.7.2019)