Beim Onlineshopping kann man sich viel Geld und Frust ersparen, wenn man bestimmte Faktoren beachtet.

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Mal ist ein angebliches Schnäppchen eigentlich gar keines, ein andermal die hochgelobte elektrische Zahnbürste eigentlich ein minderwertiges Produkt mit gekauften Fake-Reviews. Und glaubt man, nun doch endlich etwas gefunden zu haben, entdeckt man plötzlich den Hinweis, dass die Ware gar nicht nach Österreich geliefert werden kann.

Online-Shopping kann trotz seiner Vorzüge schnell frustrierend werden. Erst durch langwierige Recherche ist es möglich, tatsächlich Geld zu sparen – allerdings gibt es einige praktische Tools, die einem das Leben erleichtern. Vor allem beim größten Onlinehändler Amazon wurden inzwischen einige Werkzeuge geschaffen, die die fehlenden Features des Unternehmens nachreichen.

Fake-Reviews

Bewertungen zählen längst zu den wichtigsten Faktoren bei der Kaufentscheidung. Entsprechend veranlasst das viele Unternehmen dazu, sich Fake-Bewertungen zu kaufen. Zwar haben Fake-Bewertungen oft sehr offensichtliche Eigenschaften, jedoch erweist es sich speziell bei Produkten, die massenhaft bewertet wurden, zumeist als sehr ungenau, nach Gefühl zu entscheiden.

Abhilfe verschaffen Tools wie die Analyse-Webseite Review Meta. Sie erlaubt es, Produktrezensionen mehrerer Plattformen – darunter Amazon – zu analysieren. Dabei werden unterschiedlichste Tests durchgeführt und in einer Gesamtbewertung zusammengefasst. Hierfür reicht es, den Link der jeweiligen Produktseite in die Suchmaschine zu speisen. Relevante Faktoren sind etwa Fälle, in denen positive Bewertungen innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums erstellt wurden oder wenn sich eine Phrase mehrfach wiederholt. In der Berichtskarte kann man einsehen, in welchen der zwölf analysierten Bereiche ein Produkt wie abgeschnitten hat – und mit einem Klick die Begründung lesen.

Eine Alternative zu Review Meta bietet Fake Spot. Das Tool erkennt Amazon-, Yelp-, Apple-App-Store- und Tripadvisor-Bewertungen. Allerdings funktioniert es leider, anders als Review Meta, nur auf der jeweils englischsprachigen Version der Seiten, weswegen es beispielsweise bei Amazon hierzulande wenig zu gebrauchen ist.

Geschwindelte Preisreduktionen

Neben Preisvergleichsportalen wie Geizhals und Idealo gibt es ein weiteres Tool, das das Onlineshopping weniger frustrierend gestaltet: Keepa. An Rabattfeiertagen wie dem Primeday oder dem Black Friday tendieren viele Verkäufer dazu, vermeintliche Schnäppchen anzubieten. Etwa wird ein Produkt kurze Zeit vor dem jeweiligen Tag verteuert, nur um den Preis dann wieder zu senken. Keepa erlaubt es, den Preisverlauf eines Produkts einzusehen – dadurch sieht man, ob dieser sich wirklich auf einem Tiefpunkt befindet.

"Kann nicht nach Österreich geliefert werden"

Wer keine Umleitungsservices wie Logoix, das Kunden eine deutsche Lieferadresse bietet und Pakete dann weiterleitet, nutzen möchte, muss sich bei Amazon mit der Anzeige zahlreicher Produkte, die nicht erwerbbar sind, herumärgern. Abhilfe verschafft jedoch für Nutzer von Google Chrome das Add-On Amazon Global Shipping Filter.

Das Tool analysiert bei einer Suche automatisch Produkte, die nicht nach Österreich geliefert werden können – Voraussetzung ist nur, dass man auf der Website des Online-Marktplatzes eingeloggt ist. Die Ware kann dann einfach ausgeblendet werden. Wer möchte, kann sie trotzdem anzeigen lassen. Daraufhin werden die Produkte bereits bei den Ergebnissen – und nicht erst standardmäßig bei einem Klick auf das Produkt – als "nicht lieferbar" gekennzeichnet. Alternativ empfiehlt sich das hier auffindbare Userscript eines Reddit-Nutzers, das auf Tracking verzichtet. (muz, 13.2.2020)