Wochenlang an einem Ort chillen steht bei vielen nicht mehr auf dem Programm.

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Wien – Kürzer, dafür aber immer wieder mal öfter auf Urlaub, wenn es die Umstände erlauben: Im heimischen Tourismus hält auch heuer der Trend zu kürzeren Aufenthalten an.

In den beiden Sommervorsaisonmonaten Mai und Juni 2019 lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Gast und Unterkunft nur mehr bei 2,71 Nächten. Das war laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) ein Rückgang um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Mehr Gäste

Dabei stieg in diesen beiden Monaten die Zahl der Gästeankünfte (plus 4,6 Prozent) und Nächtigungen (plus 3,5 Prozent) spürbar an. Im heurigen Juni profitierte der heimische Tourismus auch von der Feiertagsverschiebung, was gleich für zweistellige Gäste- und Nächtigungszuwächse sorgte. Der Mai war gedämpft verlaufen. Zusammengenommen gab es einen positiven Start in die Sommersaison.

Die aktuelle Entwicklung bestätigt nach Wifo-Angaben den langjährigen Trend zu kürzeren Aufenthalten. Noch in der Vergleichsperiode 1993 verblieben die Gäste im Durchschnitt gut vier Nächte an einem einzigen Urlaubsort.

Kurz- statt Haupturlaub

Das Urlaubsverhalten – vor allem auch der Österreicher im eigenen Land – hat sich in den vergangenen Jahrzehnten geändert. Früher seien es zwei Haupturlaube im Jahr gewesen, sagte Oliver Fritz vom Wifo am Freitag zur APA. Da blieb man in der warmen Jahreszeit schon zwei, drei Wochen etwa an einem Kärntner See. Jetzt gehe es öfter mal im Mai über ein verlängertes Wochenende weg, nach Sommerurlaubstagen dann im Herbst oft nochmals auf eine Städtereise.

Anderseits besuchten etwa asiatische Touristen während eines Gesamturlaubs zwischen Wien, Salzburg und Innsbruck meist mehrere Tourismusziele im Land. Das schlägt sich an diesen Destinationen jeweils in der Zahl der Ankünfte nieder.

Steigende Einnahmen

Das Wifo hat am Freitag auch seine ersten Schätzungen über die Tourismuseinnahmen in der sommerlichen Vorsaison veröffentlicht. Demnach erreichten die nominellen Einnahmen von Mai bis Juni 2019 rund 3,97 Milliarden Euro. Das war 3,7 Prozent mehr als voriges Jahr um diese Zeit. Preisbereinigt habe der Zuwachs zwei Prozent betragen.

Regional gesehen entwickelten sich die (nominellen) Tourismusumsätze im Mai und Juni in Wien (plus 7,8 Prozent), Oberösterreich (plus 6,9 Prozent), Salzburg (plus 4,6 Prozent) und Niederösterreich (plus 4,4 Prozent) dynamischer als in Österreich insgesamt. Das Wachstum im Burgenland lag mit 3,6 Prozent nahe dem bundesweiten Trend. Ein relativ schwächeres Wachstum gab es in der Steiermark (plus 2,5 Prozent), Kärnten (plus 2,3 Prozent) und Tirol (plus 1,8 Prozent). Als einziges Bundesland verzeichnete Vorarlberg bei den touristischen Einnahmen ein deutliches Minus von drei Prozent. (APA, 26.7.2019)