Support-Wüste bei Apple.

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Eines ist seit Jahren klar: Der Schwerpunkt von Apples Softwareentwicklung liegt bei iOS. Immerhin bilden die iPhone-Verkäufe den Kern der Einnahmen des Hardwareherstellers. Dies hat aber einen unerfreulichen Nebeneffekt: Bereits seit geraumer Zeit beklagen macOS-User, dass Apple sein Betriebssystem für Laptops und Desktops vernachlässigt. Und mit dem Blick auf einen aktuellen Artikel von "The Eclectic Light Company (ELC)" lässt sich dieser Vorwurf tatsächlich nur schwer von der Hand weisen.

Unvollständige Aufzählung

Die Apple-Blogger haben eine Liste mit bekannten Problemen in der aktuellen macOS-Generation "Mojave" erstellt. Allen ist gemein, dass sie bereits seit längerem bekannt sind, und Apple bisher keinerlei Anstalten gemacht hat, diese auszuräumen. Das ist auch deswegen besonders unerfreulich, da das aktuelle macOS 10.14.6 wohl das letzte größere Update für "Mojave" bleiben wird, da im September bereits die nächste Softwaregeneration folgen soll. Diese wird aber nicht mehr auf allen Rechnern laufen.

Blockade

Der schwerste der Bugs betrifft den Browser Safari: Wenn man aus den Bookmarks ein Verzeichnis mit einigen Einträgen auf den Desktop zieht, können diese nicht mehr kopiert oder verschoben werden. Zudem ist es auch nicht möglich den "Data Fork" dieser .webloc-Dateien in einem externen Editor zu öffnen, BBEdit bleibt dabei einfach hängen. Erst das manuell Beenden von Safari gibt diese Dateien wieder frei.

Ein weiterer Fehler betrifft die Vorschaufunktion von QuickLook: Dies kann sich bei manchen Dokumenten aufhängen. Die Suchfunktion im Mac App Store kommt wiederum bekannterweise mit einigen Sonderzeichen nicht zurecht. Und zum Teil hat die Sandbox zur Isolierung von App-Daten ein Problem: Hier werden oft Dokumente unter Quarantäne gestellt, wenn sie nur lokal bearbeitet werden. Eigentlich sollte dieser Schutz nur bei heruntergeladenen Dateien aktiv werden. Das Problem ist seit Jahren bekannt.

Unbenutzbar

Die App-Shortcuts in den Tastatureinstellungen sind praktisch unbenutzbar, da man schon ab dem zweiten Eintrag nicht mehr lesen kann, wofür sie gedacht sind. Stattdessen liefert macOS als Titel hier bloß drei Punkte. Eine Möglichkeit Dateisysteme mit Apples aktuellem Dateisystem APFS in der Größe zu verändern, suchen macOS-Nutzer ebenfalls noch immer vergeblich. Nervig sei auch, dass die Warnung Apples vor 32-Bit-Anwendungen noch immer äußerst unvollständig seien. Wer wissen will, ob es bereits eine 64-Bit-Version gebe, sei mit externen Tools wie 32-Bitcheck wesentlich besser beraten. (red, 26.7.2019)