Rapids Trainer Didi Kühbauer weiß die Auftakt-Pleite gegen Salzburg einzuordnen.

Foto: AP/Hochmuth

Die tragische Geschichte des Abends: Der Knockout von Torhüter Richard Strebinger, der Rapid in einen Schock-Zustand versetzte.

Foto: APA/Hochmuth

Wien – Die Kräfteverhältnisse zwischen Rapid und Red Bull Salzburg dürften sich auch in der neuen Saison der Fußball-Bundesliga nicht wesentlich verschoben haben. Diesen Rückschluss lässt zumindest das Auftaktmatch zu, das der Meister am Freitag vor 24.200 Zuschauern im Wiener Allianz Stadion verdientermaßen 2:0 gewann.

Rapid-Coach Dietmar Kühbauer musste danach eingestehen, dass der Meister "einen Tick besser" gewesen sei, und "Bullen"-Coach Jesse Marsch freute sich über ein gelungenes Liga-Debüt. "Es war ein wichtiger Sieg für uns in einem schwierigen Stadion", sagte der US-Amerikaner.

Dass es für die neuformierte Truppe gleich auf Anhieb gut funktioniert, kam für Marsch nicht überraschend. "Die Mannschaft hat eine gute Mentalität", betonte der Coach. Die Salzburger gaben zahlreiche Stammspieler ab und wirkten dennoch gefestigt – auch dank junger nachrückender Spieler wie Stürmer Erling Haaland.

Salzburg noch nicht bei 100 Prozent

Doch auch die Routiniers wie Andre Ramalho oder Andreas Ulmer stellten ihre Klasse unter Beweis. Dabei sieht Letzterer noch viel Luft nach oben. "Wir sind auf jeden Fall noch nicht bei 100 Prozent weil es noch ein Kennenlernen gibt", sagte der ÖFB-Teamspieler und stellte fest: "Einiges hat schon gut funktioniert."

Besonders groß war die Freude über den Sieg bei Ramalho, der beim bisher letzten Auftritt der Salzburger im Allianz Stadion im vergangenen Februar eine unnötige Gelb-Rote Karte sah und damit eine 0:2-Niederlage einleitete. Diesmal bewährte sich der Brasilianer in seinem 100. Liga-Match als umsichtiger Abwehrorganisator. "Wir haben gleich wieder gezeigt, dass wir oben dabei sind. Das muss auch unser Anspruch sein, egal wie viele Spieler wir verlieren", erklärte Ramalho.

Dem Innenverteidiger wurden von Marsch Rosen gestreut. "Er ist ein Top-Profi, taktisch sehr intelligent, ein richtig guter Leader", meinte der Trainer über den 27-Jährigen.

Keine Vorwürfe

Rapid-Coach Kühbauer konnte naturgemäß kein überschäumendes Lob an seine Kicker verteilen, war von der Auftakt-Niederlage aber auch nicht gebrochen. "Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf und mache mir auch keine Sorgen um sie", erklärte der Ex-Teamspieler.

Nach Kühbauers Ansicht seien Kleinigkeiten entscheidend gewesen, wieder einmal wurde die mangelnde Effizienz beklagt. In diesem Zusammenhang könnte ein neuer Stürmer Abhilfe schaffen, die Suche nach einem Goalgetter dauert allerdings noch an. "Doch wir haben den finalen Pass manchmal zu früh, manchmal zu spät gespielt. Daran müssen wir mehr arbeiten als am Fehlen eines Stürmers", sagte Kühbauer.

Die drei bisherigen Neuerwerbungen Thorsten Schick, Maximilian Ullmann und Taxiarchis Fountas brachte der Rapid-Coach von Beginn an. "Das bedeutet nicht, dass sie bei mir gesetzt sind, aber in diesem Spiel waren sie für uns nötig", meinte Kühbauer.

Rapids Sorgen

Schick blieb bereits in der Anfangsphase unglücklich im Rasen hängen, spielte die Partie mit einer Knieblessur zu Ende und klagte danach über Schmerzen. "Mit Adrenalin im Match geht's, aber bei gewissen Bewegungen habe ich dann schon Schmerzen verspürt", erzählte der frühere Young-Boys-Legionär, der demnächst eingehend untersucht wird. "Ich glaube aber nicht, dass es etwas Schlimmes ist. Ich kann noch gehen."

Rapid-Goalie Richard Strebinger hat den Zusammenprall mit Takumi Minamino relativ glimpflich überstanden. Der 26-Jährige erlitt nach einer Kollision mit dem Japaner eine Gehirnerschütterung, aber keine Brüche im Kopf.

Strebinger hatte die Nacht im Lorenz-Böhler-Krankenhaus verbracht und wurde am Samstag entlassen, er muss nun einige Tage pausieren. "Das ist schade für ihn, aber das ist halt Teil des Spiel", sagte Kühbauer.

Teil des Spiels ist auch die traditionell hohe Erwartungshaltung bei Rapid. Vor Spielbeginn hatte der Block West eine Choreografie präsentiert, auf der zu lesen war: "Der Teller gehört nach Hütteldorf!" Kühbauer meinte dazu: "Ich hätte nichts dagegen, aber wir haben jetzt eine Runde gespielt. Deswegen müssen wir jetzt nicht über den Teller reden." (APA, 27.7.2019)