Gregoretti, ein Schiff der italienischen Küstenwache, auf einem Archivbild.

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Rom/Berlin – Deutschland ist zur Aufnahme der 131 Migranten bereit, die sich an Bord des Schiffes der italienischen Küstenwache Gregoretti im Hafen der sizilianischen Stadt Augusta befinden. Die Regierung in Berlin habe der EU-Kommission ihre Bereitschaft zur Aufnahme der Geflüchteten signalisiert, so eine Sprecherin am Montag. Italien will indes sechs Minderjährige an Land gehen lassen.

Die restlichen Flüchtlinge sollen erst von Bord gehen dürfen, wenn ihre Aufnahme durch andere EU-Länder geklärt ist, teilte die Regierung in Rom nach der Ankunft des Schiffes in Augusta bei Catania mit.

Verweigerte Einfahrt

Die EU-Kommission war am Montag bemüht, Mitgliedstaaten für die Aufnahme der Migranten zu finden. Entsprechende Gespräche seien noch im Gange, verlautete zu Wochenbeginn aus Brüssel.

Am Donnerstagabend retteten Schiffe der italienischen Küstenwache im Mittelmeer rund 140 Migranten, die mit zwei Schlauchbooten in Libyen losgefahren und in Seenot geraten waren. Am selben Tag hatte sich vor der libyschen Küste eine Flüchtlingstragödie ereignet, bei der bis zu 200 Tote befürchtet werden. Die geretteten Flüchtlinge wurden von dem Rettungsschiff der italienischen Küstenwache aufgenommen. Der Gregoretti verweigerte das italienische Innenministerium aber die Einfahrt in einen italienischen Hafen. (APA, 29.7.2019)