Heftige Gewitter gingen heute , Samstag, in weiten Teilen der Steiermark nieder. Im Bild: Hagelkörner in einem Garten in Pernegg im Bezirk Bruck an der Mur

Foto: APA/Rupprecht

Graz/Bruck an der Mur/Mürzzuschlag/Bregenz/Kufstein – Einige starke Unwetterzellen haben sich am Samstagnachmittag über Teilen der Obersteiermark entladen, dazu kam es zu etlichen Blitzschlägen. Punktuell gingen Hagelschläge nieder, wie etwa im Raum Pernegg (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag). Etliche Feuerwehren standen im Einsatz, unter anderem auch zu Auspumparbeiten.

Durch die Niederschläge wurden vor allem im Mürztal Keller unter Wasser gesetzt, Bäume stürzten um. Betroffen waren hier die Jasnitz bei Allerheiligen oder Fressnitz bei Mürzzuschlag, aber auch Turnau, die Veitsch und Mürzzuschlag selbst. Auf der Semmering Schnellstraße (S36) regnete und hagelte es stellenweise so heftig bzw. dicht, dass Autofahrer extremlangsam fahren mussten oder überhaupt am Fahrbahnrand stehen blieben. In Pernegg gingen Hagelschloßen so groß wie Hühnereier nieder.

Rund 70 Wehren im Einsatz

In den späten Nachmittagsstunden erreichte die Unwetterfront von der Obersteiermark kommend auch die südlichen Teile der Steiermark und die Landeshauptstadt Graz. Hier ging Starkregen und vereinzelt Hagel nieder. Rund 70 Wehren standen laut Landesfeuerwehrverband steiermarkweit im Einsatz.

Auf der Semmering Schnellstraße (S6) herrschte aufgrund der heftigen Niederschläge im Bereich der Anschlussstelle Langenwang in beiden Richtungen Stau: Pkw-Lenker hatten unter den Unterführungen mit ihren Fahrzeugen Schutz vor dem Hagel gesucht, wie aus der ÖAMTC-Verkehrslagekarte hervorging. Auf der Mariazeller Straße (B20) herrschten bei Turnau zwischen Au und Seewiesen in beiden Richtungen Behinderungen durch Aufräumarbeiten nach einem Murenabgang.

Straße in Tirol nach Felssturz gesperrt

Nach einem Felssturz bei Brandenberg (Bezirk Kufstein) ist die Brandenberger Landesstraße L4 gesperrt worden. Ein Gesteinsblock stürzte in ein Auffangnetz über der Straße. Die Sperre bleibt nach Angaben des Landes Tirol vorerst bis Montag aufrecht, da eine Räumung derzeit nicht möglich ist. Der Ort Brandenberg ist über die Umfahrung Aschau erreichbar.

"Für eine händische Räumung ist der Stein zu groß, es wird vermutlich eine Sprengung durch eine Spezialfirma brauchen. Diese ist erst am kommenden Montag möglich", erklärte Landesgeologe Werner Thöny in einer Aussendung des Landes. Bei einem Lokalaugenschein am Montag werden weitere Maßnahmen besprochen.

Die Kaunertaler Gletscherstraße im Bezirk Landeck, die nach einem Murenabgang am Donnerstagabend gesperrt worden war, ist nach Angaben der Polizei Landeck indessen voraussichtlich ab Sonntag, 7.00 Uhr, wieder frei befahrbar. Die eingeschlossenen Personen wurden bereits am Freitag ausgeflogen.

Bäume in Vorarlberg umgestürzt

In Brand (Bezirk Bludenz) sind am Freitagabend aufgrund eines Sturms mehrere Bäume auf eine Straße gestürzt. Ein Auto wurde nach Angaben der Polizei an der Motorhaube beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Gegen 18 Uhr wurde die Brandnerstraße L82 zwischen Bürs und Brand durch drei Buchen und zwei Fichten verlegt. Die Bäume stürzten unmittelbar vor einem Auto auf die Fahrbahn. Ein weiteres Auto wurde durch die Äste einer umfallenden Buche beschädigt – der Lenker, ein Mann aus Amstetten, blieb unverletzt. Die Straße war eine Stunde lang nicht passierbar. (APA, 27.7.2019)