Am Freitag kletterte in London ein Mann auf die Botschaft Bahrains um gegen die Exekution der beiden Männer in Bahrain zu protestieren.

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Manama – Bei Protesten gegen die Hinrichtung dreier Männer in Bahrain ist ein Demonstrant ums Leben gekommen. Der 22-Jährige starb am Sonntag in der Hauptstadt Manama, nachdem dort Demonstranten und die Polizei aneinandergeraten waren. Zwei Bahrainer waren wegen Terrorismusvorwürfen und wegen Mordes an einem Polizisten hingerichtet worden.

Nach Angaben von Aktivisten starb der 22-Jährige nach dem schweren Einsatz von Tränengas durch die Polizei. Deswegen seien in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Demonstranten ums Leben gekommen, berichtete eine Anwältin der Londoner Organisation Bahrain Institute for Rights and Democracy (BIRD). Das Innenministerium teilte dagegen mit, der Demonstrant sei eines natürlichen Todes gestorben.

In einem getrennten Fall wurde ein Mann hingerichtet, der den Imam einer Moschee laut Urteil tötete und seine Leiche anschließend zerstückelte.

Internationale Kritik

Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen hatten Bahrain aufgerufen, die Hinrichtungen zu stoppen. In London war ein Mann aus Protest auf das Dach der bahrainischen Botschaft geklettert und hatte ein Banner ausgerollt, in dem er Premierminister Boris Johnson zum Handeln aufrief. Laut Botschaft hatte der Mann gedroht, vom Dach zu springen. Kurz darauf wurde er festgenommen.

Bahrain wird von einem sunnitischen Königshaus regiert, obwohl in dem Land mehrheitlich Schiiten leben. Demonstrationen von Schiiten während der arabischen Aufstände 2011 ließ die Regierung gewaltsam niederschlagen. Immer wieder werden Oppositionelle zu Haftstrafen verurteilt. (APA, 28.7.2019)