Dan Coats geht als oberster Geheimdienstchef der USA – oder muss gehen.

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Dan Coats, 76-jähriger US-Republikaner und aktueller der Chef sämtlicher US-Nachrichtendienste, wird am 15. August zurücktreten. US-Präsident Donald Trump bestätigte entsprechende Berichte der "New York Times" am Sonntag. Als Grund sollen zunehmende Verstimmungen mit Trump gelten, etwa wegen dessen Angriffen auf die Nachrichtendienste im Zuge der Russland-Ermittlungen.

Unklar blieb, ob der 76-Jährige aus eigenen Stücken geht oder ob er zum Rücktritt gedrängt wurde.

Viele munkeln, dass John Ratcliffe vergangene Woche eine Art Bewerbungsrede im US-Kongress abgeliefert habe.
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Insider gehen davon aus, dass der Trump-treue Republikaner John Ratcliffe Coats nachfolgen könnte, was Trump selbst am Sonntag bestätigte.

Ratcliffe fiel mit seinen scharfen Attacken auf Ex-Russland-Sonderermittler Robert Mueller während dessen Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Kongresses auf.

Immer wieder hat es Gerüchte über einen Rücktritt von Coats gegeben. In einer Zeit massiver Kritik habe man es aber nicht so aussehen lassen wollen, als trenne man sich im Streit, argumentieren einige Insider gegenüber der "NYT". Coats wird sich damit in die mittlerweile sehr lange Liste berühmter Rücktritte in Trumps Kabinett einordnen.

Unstimmigkeiten mit Trump

Der Direktor der nationalen Nachrichtendienste hat die Aufgabe, die verschiedenen US-Geheimdienste zu koordinieren. Coats hatte das Amt seit März 2017 inne. Zuvor war er unter anderem von 2001 bis 2005 US-Botschafter in Deutschland.

Trump und Coats lagen mehrfach öffentlich über kreuz. So hatte der Geheimdienstkoordinator im Jänner erklärt, dass der Iran seiner Einschätzung nach momentan nicht an einer Atomwaffe arbeite. Trump widersprach und unterstellte den Diensten Ahnungslosigkeit.

Coats warnte auch immer wieder vor russischen Cyberangriffen. Die Geheimdienste sind überzeugt, dass Russland sich mit Hackerangriffen und anderen Methoden in den US-Wahlkampf 2016 eingemischt hat, um Trump zu helfen und seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton zu schaden. Trump hat sich immer wieder skeptisch dazu geäußert. (faso, red, APA, 29.7.2019)