Am Sonntag fand sich eine große Menschenmenge, darunter hochrangige Politiker, auf dem Platz Monte di Pietà in Rom ein, um von dem getöteten Polizisten Abschied zu nehmen.

Premierminister Giuseppe Conte neben Polizeichef Giovanni Nistri.

Foto: Reuters / Nardi

Rom – Nachdem zwei US-Bürger eine tödliche Messerattacke auf einen Polizisten in Rom gestanden haben, findet in Italien eine Debatte über die Vernehmungsmethoden der Sicherheitskräfte statt. Für Diskussionen sorgte ein im Internet veröffentlichtes Bild, in dem einer der mutmaßlichen Täter gefesselt und mit verbundenen Augen beim Verhör zu sehen ist.

Die Polizeiführung leitete eine Untersuchung ein, die klären soll, warum der junge Mann so behandelt wurde und wie das Foto an die Öffentlichkeit gelangte. Regierungschef Giuseppe Conte kritisierte das Vorgehen der Polizei. Es entspreche nicht den rechtlichen Werten Italiens, einen Verdächtigen derartig zu behandeln.

Kritik von Conte

Verwerflich sei auch das Verhalten derjenigen, die die Regeln zum Schutz der Privatsphäre verletzt und das Bild im Internet veröffentlicht hätten, kritisierte der früher als Rechtsanwalt tätige Conte. Italien sei ein Rechtsstaat, man dürfe nicht emotional auf den Mord reagieren. Für den Straftatbestand Mord sieht das italienische Rechtssystem laut Conte eine lebenslange Haftstrafe vor.

Eine große Menschenmenge versammelte sich am Sonntagnachmittag auf dem Platz Monte di Pietà in Rom, um von dem in der Nacht auf Freitag ermordeten Carabiniere Mario Cerciello Rega Abschied zu nehmen. Angehörige, Kollegen und Freunde des 35-Jährigen begaben sich zu der Kapelle, in der Regas Leichnam aufgebahrt war, und kondolierten der 28-jährigen Witwe. Das Paar hatte erst im Juni geheiratet.

Trauerzeremonie am Montag

Der Sarg wurde am Sonntagabend in Regas Heimatort Somma Vesuviana bei Neapel zurückgeführt, wo für Montag die Trauerzeremonie im Beisein hochrangiger Regierungsmitglieder, darunter Vizepremier Luigi Di Maio, geplant war.

Zwei junge US-Bürger hatten in der Nacht auf Samstag die tödliche Messerattacke auf Rega gestanden. Er war in der Nacht auf Freitag in dem eleganten Viertel Prati nahe dem Vatikan mit elf Messerstichen in die Brust getötet worden, als er zusammen mit einem Kollegen einen Diebstahl aufklären wollte. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 18-Jährigen und einen 19-Jährigen aus San Francisco, die als Touristen nach Rom gereist waren und in einem Viersternehotel nahe dem Tatort wohnten. (APA, 29.7.2019)