Boris Johnson ist der Ansicht, dass man gemeinsam sicherer, stärker und wohlhabender ist.

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London/Edinburgh – Angesichts wachsender Spannung in Großbritanniens Landesteilen wegen des Brexits reist Premierminister Boris Johnson am Montag nach Schottland. Er will dabei nach Angaben seines Büros für einen Zusammenhalt des Vereinigten Königreichs werben: "Gemeinsam sind wir sicherer, stärker und wohlhabender."

Schottland ist die erste Station von Johnsons Reise, bei der er seine Brexit-Pläne erläutern will. Der Premier will dann auch neue Investitionen in Höhe von 300 Millionen Pfund (rund 334 Millionen Euro) für Schottland, Wales und Nordirland verkünden.

Kurswechsel gefordert

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hatte von Johnson nach dessen Amtsantritt einen Kurswechsel beim Brexit gefordert und ihre Ankündigung eines Unabhängigkeitsreferendums bekräftigt. Angesichts des geplanten EU-Austritts Großbritanniens sei es "mehr als je zuvor wesentlich, dass wir in Schottland eine alternative Option haben".

Der irische Premierminister Leo Varadkar hat gewarnt, dass bei einem Brexit ohne Abkommen mit der EU die Menschen in Nordirland die Union mit Großbritannien "infrage stellen" könnten.

Johnson hatte am vergangenen Mittwoch das Amt des Premierministers übernommen. Er hat angekündigt, den EU-Austritt "ohne Wenn und Aber" bis zum 31. Oktober abwickeln zu wollen – also notfalls auch ohne Abkommen mit der EU. Gegen einen solchen No-Deal-Brexit gibt es in Großbritannien aber große Widerstände. (APA, 29.7.2019)