Ein Schnellboot der Revolutionsgarden umrundet am 21. Juli den britischen Tanker Stena Impero.

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Dominic Raab, britischer Außenminister, will sich auf keinen Austausch einlassen.

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Teheran/London – Großbritannien sucht bei seiner geplanten Mission zur Sicherung der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus die Unterstützung der USA. "Ein europäisch geführter Ansatz, unterstützt von den USA", sei der beste Weg, teilte das britische Außenministerium am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. So wolle man die Sicherheit von Schiffen in der Golfregion gewährleisten. "Es geht nicht darum, Spannungen mit dem Iran eskalieren zu lassen."

Wie das konkret aussehen soll, blieb zunächst völlig unklar. Die Optionen reichen von einem Beobachtungseinsatz bis hin zur Eskorte von Öltankern durch Kriegsschiffe.

Großbritannien hatte am 4. Juli in Gibraltar den Tanker Grace 1 mit der Begründung festgesetzt, er habe iranisches Erdöl für Syrien an Bord und damit gegen EU-Sanktionen verstoßen. Der Iran bestreitet das. Am 19. Juli stoppten die Iranischen Revolutionsgarden dann in der Straße von Hormus den britischen Öltanker Stena Impero. Zur Begründung hieß es, das Schiff habe internationale Regeln der Seefahrt nicht eingehalten, sein GPS-System ausgeschaltet und umweltschädigende Materialien an Bord. Beide Seiten sprachen von Piraterie.

Kein Austausch

Großbritannien lehnt jedenfalls einen Tausch der festgesetzten Öltanker mit dem Iran ab. "Es gibt kein Quidproquo", sagte der neue britische Außenminister Dominic Raab am Montag. "Es geht hier nicht um einen Tauschhandel." Vielmehr gehe es um internationales Recht und dessen Einhaltung.

Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte vergangene Woche einen Tausch der gegenseitig festgesetzten Öltanker vorgeschlagen. Wenn der Iran als verantwortungsbewusstes Mitglied der internationalen Gemeinschaft anerkannt werden wolle, dann müsse er deren Regeln einhalten, sagte Raab dem Sender Sky News. Das bedeute, dass der Iran den von ihm festgehaltenen britischen Tanker freigeben müsse.

Aug um Aug

Die Revolutionsgarden (zweiter Arm der iranischen Streitkräfte neben der regulären Armee, Anm.) hatten am 19. Juli die unter britischer Flagge fahrende Stena Impero nahe der Straße von Hormus gestoppt, weil sie in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen sein soll. Allerdings hatte die Führung in Teheran auch mit Vergeltung für die Festsetzung eines iranischen Tankers durch die britische Marine gedroht. Diese hatte Anfang Juli die Grace 1 vor Gibraltar aufgebracht. Der Tanker wird festgehalten, weil er iranisches Öl nach Syrien habe transportieren wollen und damit gegen EU-Auflagen verstoßen haben soll.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlichte unterdessen Aufnahmen der Revolutionsgarden, die zeigen, wie diese ein britisches Kriegsschiff während ihres Einsatzes auf der Stena Impero vor einer Einmischung warnen. Das britische Kriegsschiff meldet sich darauf und antwortet, es sei in der Nähe einer international anerkannten Schifffahrtsstraße und begleite ein Handelsschiff auf seiner Passage. "Bringen Sie nicht Ihr Leben in Gefahr", ist daraufhin ein Angehöriger der Garden zu hören.

Guardian News

Das Video zeigt, wie Männer der Eliteeinheit sich von einem Hubschrauber auf das Deck der Stena Impero abseilen. Außerdem ist ein Austausch per Funk zwischen demselben britischen Kriegsschiff und Revolutionsgarden zu hören, als diese – nach britischer Darstellung – versuchten, den Öltanker British Heritage Mitte Juli an der Durchfahrt der Straße von Hormus zu hindern. (APA, Reuters, 29.7.2019)