Der Maschinenbau spürt die abflauende Konjunktur.

Foto: Reuters/Bader

Wien/Graz – Die Maschinenbauindustrie bekommt die schwächelnde Konjunktur zuallererst zu spüren. Und hier sind besonders jene Unternehmen betroffen, die mit der Automobilindustrie ihr Geld verdienen – wie der Pressenhersteller Schuler im deutschen Bundesland Baden-Württemberg.

Der börsennotierte Anlagenbauer Andritz streicht bei seiner deutschen Tochter nun rund 500 Arbeitsplätze. Mit dem Jobabbau hauptsächlich in der Fertigung würden die Kapazitäten der Schwäche am internationalen Automobilmarkt angepasst, teilte das steirische Unternehmen am Montag mit. Ein Maßnahmenprogramm werde mit den Arbeitnehmervertretungen in Deutschland erörtert.

Führende Stellung bei Blechumformung

Schuler beschäftigt weltweit rund 6.500 Mitarbeiter, knapp 4.200 davon in Deutschland. Schuler ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Hersteller von Anlagen für die Blechumformung.

Die insgesamt für diese Maßnahme notwendigen außerordentlichen Aufwendungen betragen laut Andritz 85 Millionen Euro, wovon gut 70 Prozent "cashwirksam" sind, der Rest betrifft Abschreibungen von Vermögenswerten im Zuge der Reduktion der Fertigungskapazitäten. Die Rückstellungen für diese Aufwendungen werden im dritten Quartal 2019 gebucht und werden sich damit ergebnismindernd auf das Geschäftsjahr 2019 der Andritz-Gruppe auswirken, wie es in der Unternehmensmitteilung heißt.

Darüber hinaus werden Wertminderungen auf Firmenwerte in der Höhe von rund 25 Millionen Euro vorgenommen.

Ab dem Jahr 2021 rechnet Andritz dann mit einer schrittweisen Verbesserung der Rentabilität von Schuler. Zusammen mit dem bereits laufenden Restrukturierungsprogramm 2018 seien im Vergleich zum laufenden Geschäftsjahr Einsparungen von etwa 60 Millionen Euro zu erwarten, die in voller Höhe ab dem Geschäftsjahr 2022 wirksam werden sollten. (APA, 29.7.2019)