Zum Auftakt des dreitägigen Prozesses gegen Rakim Mayers kam auch seine Mutter Renee Black nach Stockholm.

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Stockholm/Washington – Knapp einen Monat nach der Inhaftierung des US-Rappers A$AP Rocky wegen einer Straßenschlägerei in Schweden hat sein Prozess vor einem Stockholmer Gericht begonnen. Der 30-jährige Musiker, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, muss sich gemeinsam mit zwei Begleitern wegen Körperverletzung verantworten. Zum Auftakt des Prozesses wies er den Vorwurf zurück.

Der Musiker gebe zu, den Kläger zu Boden gestoßen, auf seinen Arm getreten und ihm gegen die Schulter geschlagen zu haben, sagte Mayers Anwalt Slobodan Jovicic am Dienstag. Es handle sich jedoch nicht um Körperverletzung, sondern um einen Akt der "Selbstverteidigung".

Angeklagter rechtfertigt sich mit Notwehr

A$AP Rocky war am 30. Juni in Stockholm nach einem Konzert an einer Schlägerei beteiligt. Er wurde wenige Tage später festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Handy-Aufnahmen zeigen, wie der Rapper einen jungen Mann zu Boden schleudert und auf ihn einschlägt. Der New Yorker Musiker gibt an, er habe in Notwehr gehandelt, da er von dem Kläger belästigt und provoziert worden sei. Er veröffentlichte seinerseits Videoaufnahmen, die seine Schilderung untermauern sollten.

Staatsanwalt Daniel Suneson folgte der Argumentation des 30-Jährigen nicht. Zu Beginn der Anhörung warf er A$AP Rocky und seinen Begleitern vor, den Mann gemeinsam angegriffen zu haben. Sie hätten ihn geprügelt, getreten und mit einer Flasche auf ihn eingeschlagen. Neben Aufnahmen von einer Überwachungskamera und weiteren Videos zeigte der Staatsanwalt Fotos von den Schnittwunden am Körper des 19-Jährigen.

Staatsanwalt glaubt nicht an Entlastungsvideos

Die auf A$AP Rockys Instagram-Konto veröffentlichten Videoaufnahmen seien bearbeitet worden, sagte Suneson. Zum Beweis verwies er unter anderem auf SMS zwischen Mitgliedern des Teams des Musikers, aus denen hervorgeht, dass das Video "ein bisschen zurechtgemacht" worden sei.

Der Prozess ist auf drei Verhandlungstage angesetzt. Bei einem Schuldspruch drohen dem Rapper im Höchstfall zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe.

US-Präsident Trump intervenierte

Der Vorfall sorgte international für Aufsehen und für diplomatische Verwerfungen zwischen Washington und Stockholm. A$AP Rockys Fans, Kollegen aus der Musikszene und Politiker bis hin zu US-Präsident Donald Trump setzten sich für ihn ein. Trump ging dabei auf Konfrontationskurs mit der schwedischen Regierung. Diese wies wiederholt auf die Unabhängigkeit der schwedischen Justiz hin.

Neben A$AP Rockys Mutter Renee Black reiste auch ein Sondergesandter der US-Regierung, Robert C. O'Brian, für die Verhandlung an. "Der Präsident hat mich gebeten, hierhin zu kommen und diese amerikanischen Staatsbürger zu unterstützen, und wir arbeiten daran, sie so rasch wie möglich zurückzuholen", sagte O'Brian. Weitere Kommentare lehnte er ab. Normalerweise berät der Anwalt mit Botschafterstatus die US-Regierung bei Geiselnahmen im Ausland. (APA, 30.7.2019)