Carrie Symonds, 31.

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Es war eine der dringlichsten Fragen, die die britische Yellow Press seit der Inthronisierung von Boris Johnson umtrieben: Zieht seine Freundin, die im Juni wegen eines lautstarken Streits mit Johnson in die Schlagzeilen geriet, mit dem Premierminister in die Downing Street? Die erlösende Antwort kam jetzt: Ja, sie zieht ein und wird damit Großbritanniens "First Girlfriend". Eine Premiere.

Und das, obwohl es derzeit – rein juristisch – auch noch eine "First Lady" gibt. Die Scheidung Boris Johnsons von Marina Wheeler, mit der er vier Kinder hat, ist noch nicht rechtskräftig.

Seit September erst wissen die Briten von der Nebenbuhlerin und dem Ehe-Aus nach 25 Jahren. Für die Klatschpresse ein gefundenes Fressen: Eine junge Blondine schnappt sich Boris. Der frauenfeindliche Ton in der Berichterstattung nahm dabei derartige Ausmaße an, dass etliche Parlamentarierinnen sich in einem offenen Brief gezwungen sahen, gegen die sexistische Berichterstattung aufzustehen.

Symonds, Tochter des Independent-Gründers Matthew Symonds, kannte Schmutzkübelkampagnen bis dato höchstens aus ihrem Job als PR-Strategin in den Conservative Campaign Headquarters der Tories. Sie war Teil des "BackBoris"-Teams für die Bürgermeisterwahl 2012, die Johnson für sich entschieden hat. Zwei Jahre lang hatte sie ab 2017 auch die Funktion der Kommunikationsdirektorin der Tories inne, mit 29 war sie die jüngste bisher. Ihr sei es auch zu verdanken, darin sind sich die britischen Medien einig, dass Boris Johnson mit seinem berühmt-berüchtigten krawalligen Naturell in letzter Zeit für seine Verhältnisse seriöser, staatstragender wirkt.

Das Magazin PR Week wählte die in London aufgewachsene Symonds aber nicht zuletzt deshalb zu Großbritanniens einflussreichster PR-Expertin, weil sie in der Conservative Party bereits seit Jahren bis in die höchsten Ebenen bestens vernetzt ist.

Das kann ihr auch im neuen Job nutzen, mit dem sie die Politik weitgehend hinter sich lässt. Bei der Non-Profit-Organisation Oceana setzt sich Symonds seit einem Jahr gegen Klimawandel, Plastikvermüllung und Walfang ein.

Apropos Tiere: Partner und Premierminister Boris Johnson wollte eigentlich – laut Sun – einen Hund mit in die neuen gemeinsamen Räumlichkeiten nehmen. Der Plan wurde allerdings wieder verworfen: Kater Larry, Chief Mouser to the Cabinet Office in der Downing Street, gefiel er nicht. (Manuela Honsig-Erlenburg, 30.7.2019)