Die Kette Coffee Day hat weltweit 1.700 Filialen.

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Neu-Delhi – Nach einer großen Suche ist der vermisste indische Kaffeemagnat V.G. Siddhartha tot aufgefunden worden. Ein Fischer habe die Leiche des seit Montag vermissten Milliardärs am Ufer des Nethravathi-Flusses im Süden Indiens entdeckt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Eine Obduktion soll nun Klarheit über die Todesursache bringen. Die Polizei schließt einen Suizid nicht aus.

Der Besitzer der indischen Kaffeehauskette Cafe Coffee Day war zuletzt am Montagabend auf einer Brücke nahe der Stadt Mangaluru im Bundesstaat Karnataka gesehen worden. Als er nicht zurückkehrte, alarmierte sein Fahrer die Polizei. Diese suchte seitdem mit einem Großaufgebot nach Siddhartha, der einer der reichsten Männer Indiens war.

Von Investment-Partnern unter Druck gesetzt

Indischen Medienberichten zufolge litt der 57-Jährige seit Steuerrazzien in mehreren Büros seines Kaffee-Imperiums vor zwei Jahren an Depressionen. Demnach war er in Gesprächen mit dem US-Konzern Coca-Cola über einen Verkauf eines Großteils des Unternehmens. In einem Schreiben an den Vorstand der Kaffeehauskette hatte der Milliardär in der vergangenen Woche unternehmerische Fehler eingeräumt. Er sei von Investment-Partnern unter Druck gesetzt und von den Steuerbehörden bedrängt worden. "Es war nie meine Absicht, jemanden zu betrügen oder in die Irre zu führen. Ich bin als Unternehmer gescheitert", hieß es in dem Brief vom 27. Juli.

Nach Polizeiangaben hatte Siddhartha seiner Familie gesagt, er wolle in ein Resort in den Bergen fahren. Stattdessen ließ er sich von seinem Fahrer nach Mangaluru bringen. Auf einer Brücke ließ er ihn anhalten, stieg aus und telefonierte. Seitdem war er verschwunden.

Der Milliardär war mit der Tochter eines früheren indischen Außenministers verheiratet und gehörte zu den am besten vernetzten Unternehmern des Landes. Seine Familie ist seit mehr als 130 Jahren im Kaffeegeschäft. Siddhartha gründete Café Coffee Day im Jahr 1996. Inzwischen hat die Kette weltweit 1.700 Filialen – die meisten davon in Indien. Der mächtige US-Konkurrent Starbucks konnte bisher nur etwas mehr als 150 Filialen in Indien eröffnen. (APA, AFP, 31.7.2019)