Amazon will langfristig nur noch Produkte in Verpackungen mit Standardmaßen verkaufen.

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Handelsriese Amazon fordert die Hersteller von Produkten, die in seinem US-Onlineshop vertrieben werden, zu mehr Sparsamkeit bei Verpackungen auf. Seit vergangenem Herbst macht das Unternehmen Druck dahingehend, dass die Abmessungen der Schachteln schrumpfen – insbesondere bei größeren Produkten. Firmen, die nicht mitziehen, müssen mit Sanktionen rechnen.

Die Deadline endet mit dem heutigen Mittwoch (31. Juli). Spätestens ab dem 1. August sollen Anbieter die betroffenen Produkte mit kompakteren Packungsmaßen liefern, schreibt das "Wall Street Journal". Den Schritt begründet Amazon mit Umweltfreundlichkeit, das dürfte aber nur die halbe Wahrheit sein.

Besser für Umwelt und Amazons Finanzen

Das langfristige Vorhaben von Amazon ist, in seinen Logistikzentren nur noch mit standardisierten Verpackungsgrößen zu arbeiten. Je weniger Packungen in Sondergrößen in Lagerung und Lieferung gelangen, desto schneller wird die Abwicklung. Zudem erlauben Einheitsmaße auch eine bessere Befüllung von Transportautos und Frachtfliegern.

Beide Punkte sorgen für weniger Verbrauch von Strom beziehungsweise Treibstoff und eine effizientere Nutzung der Lieferflotte, weswegen Amazons Umweltargument durchaus nachvollziehbar ist. Freilich bringen ein höherer Output der Versandzentren und der Einsatz von weniger Fahrzeugen dem Konzern aber auch finanzielle Vorteile. Zudem sind Logistikprozesse mit weniger Verpackungssondergrößen leichter zu automatisieren.

Für viele Anbieter alternativlos

Das "Wall Street Journal" zitiert mehrere Unternehmen, die als Reaktion auf die neuen Vorgaben ihre Packungsgrößen um teilweise über 80 Prozent reduziert haben. Für viele ist eine Befolgung der neuen Regeln alternativlos, auch wenn die Umstellung teuer ist, da ihr Geschäftserfolg in hohem Maße vom Vertrieb über Amazon abhängt.

Firmen, die bereits vor der Deadline umgestellt haben, bekommen befristet für jeden verkauften Artikel in neuer Verpackung einen Dollar Guthaben für Amazon-Services. Wer nicht nach den Regeln spielt, muss pro verkauften Artikel ab 1. August hingegen eine zusätzliche Gebühr von 1,99 Dollar zahlen. (red, 31.7.2019)