Auch fürs Telefonieren sollte man sich Zeit nehmen.

Foto: REUTERS/Valentyn Ogirenko

Sie sind allseits bekannt und gefürchtet. Fußgänger, die gefühlt zu 99,9 Prozent auf ihr Smartphone und zu 0,1 Prozent auf den Verkehr achten. "Smartphone-Zombies", nennt sie Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit gegenüber Radio Wien. Mit ernstem Hintergrund: "Jeder fünfte Fußgängerunfall ist mittlerweile auf Ablenkung zurückzuführen. Das heißt, Fußgänger telefonieren, schreiben oder lesen Textnachrichten, und dadurch wird der Unfall dann ausgelöst". Die Statistik Austria hat dafür Zahlen der Polizei ausgewertet.

Vor allem jüngere Teilnehmer des Straßenverkehrs müssen darauf aufmerksam gemacht werden, dass so ein Verhalten potentiell gefährlich ist. "Es ist ganz wichtig, den Fußgängern, auch den jungen, zu erklären, dass es gefährlich ist, im Straßenverkehr abgelenkt unterwegs zu sein", so Robatsch.

Keine Boden-Warnungen

Einen Testlauf wie in Israel und anderen europäischen Ländern, der neben Ampeln auch den Boden mit grünen und roten LED-Streifen ausstattet, lehnt er ab: "Bei solchen Systemen ist man dann noch mehr abgelenkt, weil man nur noch auf diese Lichtzeichen am Boden und überhaupt nicht mehr auf die Straße schaut".

"Smartphone-Zombies" gibt’s aber auch im Autoverkehr. Hier sind sie bereits für die meisten Unfälle verantwortlich. Auch deshalb listet das KFV auf seiner Homepage zahlreiche Tipps auf, die Leute mit allzu enger Smartphone-Neigung beherzigen sollten. So heißt es unter anderem: "Beim Überqueren der Straße gibt es keine Kompromisse".

Feldstudie offenbart Ausmaß

Erst Mitte Juli ergab eine Feldstudie aus Deutschland, dass 60 Prozent von 1.000 beobachteten Personen mindestens einmal innerhalb von zehn Minuten zum Smartphone gegriffen haben. Dabei gaben weitere 60 Prozent an, dass Messenger-Dienste der häufigste Nutzungsgrund seien.

Ebenfalls Mitte Juli ereignete sich ein Vorfall in der Wiener Seestadt. Damals ist eine Frau seitlich gegen einen selbstfahrenden E-Bus gelaufen und hat dabei "leichte Abschürfungen" erlitten. Der Betrieb der fahrerlosen Busse wurde daraufhin vorübergehend eingestellt. (red, 1.8.2019)