Auch Qualcomm wird von der Flaute im Chipgeschäft erfasst.

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Der US-Chipkonzern Qualcomm hat die Börse mit seinem Ausblick auf das laufende Quartal enttäuscht. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel mehr als fünf Prozent. Qualcomm verwies unter anderem auf eine schwächere Nachfrage nach LTE-Geräten angesichts des anstehenden Übergangs zum superschnellen 5G-Datenfunk.

Der Konzern rechnet für das noch bis Ende September laufende vierte Geschäftsquartal mit Erlösen zwischen 4,3 und 5,1 Milliarden Dollar (3,78 bis 4,6 Mrd. Euro) – das wäre ein Rückgang von bis zu 26 Prozent im Jahresvergleich. Beim Gewinn pro Aktie geht Qualcomm von bis zu 0,75 Dollar aus, während Analysten mit mehr als einem Dollar gerechnet hatten.

Einigung mit Apple

Das dritte Geschäftsquartal war noch von der Beilegung des Patentstreits mit Apple geprägt. Qualcomm beziffert den positiven Effekt der Einigung auf 4,7 Milliarden Dollar durch Zahlungen von Apple und den Wegfall von Verpflichtungen beim iPhone-Konzern und seinen Auftragsfertigern. Von Apple und den Herstellern bekam Qualcomm im vergangenen Quartal nun auch wieder Zahlungen für Patentlizenzen.

Dem Geldregen von Apple stand eine zusätzliche Steuerzahlung von 2,5 Milliarden nach einer Vereinbarung mit der US-Steuerbehörde IRS gegenüber. Danach sprang der Gewinn im Jahresvergleich immer noch von 1,2 auf 2,1 Milliarden Dollar hoch. Der Umsatz stieg dank dem Einmal-Effekt der Einigung mit Apple um 73 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar.

Lizenzen als Cashcow

Die Quartalszahlen zeigen erneut, wie wichtig und lukrativ für Qualcomm das Geschäft mit Patentlizenzen ist. Es warf bei einem Umsatz von knapp 1,3 Milliarden Dollar fast 900 Millionen Dollar operativen Gewinn ab. Beim Chipverkauf kam Qualcomm unterdessen auf ein operatives Ergebnis von 504 Millionen Dollar bei knapp 3,57 Milliarden Dollar Umsatz.

Regulierer unter anderem in den USA sehen ein Problem darin, dass Qualcomm den Erwerb von Patentlizenzen als Voraussetzung für Chip-Lieferungen fordert. Apple warf dem Chipkonzern überhöhte Preis und unfairen Wettbewerb vor, ging dann aber mitten in einem wichtigen Prozess einen Vergleich ein. (APA, 01.08.2019)