Präsident Filipe Nyusi und Oppositionsführer Ossufo Momade umarmen einander.

Foto: AP/Tsvangirayi Mukwazhi

Maputo – In Mosambik ist der langjährige Verhandlungsprozess zwischen der Regierung und den ehemaligen Renamo-Rebellen mit einem Friedensvertrag zu Ende gegangen: 27 Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs unterzeichneten die Regierung und die inzwischen größte Oppositionspartei des südostafrikanischen Landes laut Berichten des Staatsfernsehens am Donnerstag das historische Abkommen.

Es sieht unter anderem die Wiedereingliederung der ehemaligen Rebellen in die Gesellschaft vor. Mosambiks Präsident Filipe Nyusi und Oppositionsführer Ossufo Momade unterzeichneten das Dokument in einem entlegenen Renamo-Stützpunkt im Gorongosa-Gebirge. Im Anschluss umarmten sich beide Politiker, Momade darf mit dem Präsidentenflugzeug in die Hauptstadt Maputo zurückfliegen.

Historische Umarmung

Der Friedensvertrag sieht unter anderem vor, dass einige Renamo-Kämpfer in Armee und Polizei integriert werden. Anderen soll mit einer finanziellen Hilfe der Übergang ins zivile Leben erleichtert werden. Allerdings haben Splittergruppen der Guerillabewegung bereits erklärt, Momades Friedenskurs nicht zu unterstützen, und wollen ihre Waffen nicht abgeben, solange er die Bewegung anführt.

Wahlen im Oktober

Am 15. Oktober sollen Präsident, Parlament und Provinzregierungen gewählt werden, erstmals beteiligt sich die Renamo an einer Wahl. Umfragen zufolge könnten die ehemaligen Rebellen in mehreren Provinzen gewinnen.

Die von der weißen Minderheitsregierung des früheren Rhodesien (heute Simbabwe) als antikommunistische Widerstandsbewegung aufgebaute Renamo hatte von 1976 bis 1992 gegen die linksgerichtete, von der UdSSR unterstützte Regierung der früheren portugiesischen Kolonie gekämpft. In dem Bürgerkrieg zwischen der herrschenden Frelimo (Befreiungsfront Mosambiks) und der Renamo (Nationaler Widerstand Mosambiks) wurden eine Million Menschen getötet.

Nyusis Regierung kämpft seit einigen Jahren gegen jihadistische Aufstände im Norden des Landes. Bei den Unruhen sind seit Oktober 2017 mehr als 250 Menschen getötet worden. (red, APA, AFP, 1.8.2019)