Das Verkehrshütchen verhindert, dass sich der Reizstoff ausbreitet.

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Anti-Laser-Klebeband.

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Laserstrahlen gegen Polizisten.

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Hongkong – Wenn Proteste eskalieren, läuft dies oft nach dem gleichen Schema ab. Auf Beschimpfungen folgen Rangeleien, und wenn die Polizei dann den Befehl zum Schlagstockeinsatz erhält, ziehen sich die Demonstranten normalerweise zurück. Aus sicherer Entfernung werden dann oft alle verfügbaren Geschoße auf die Beamten geworfen, die dann mit aus CO2-betriebenen Werfern Tränengasgranaten oder, wo dies erlaubt ist, Gummimunition einsetzen, um die Angreifer auf Distanz zu halten.

Die nächste Stufe sind dann oft brennende Barrikaden, um durch die aufsteigende heiße Luft den Tränengasnebel zu lichten. Doch die Demonstranten, die seit Wochen gegen Hongkongs umstrittenes Auslieferungsgesetz auf die Straße gehen und dabei regelmäßig mit großen Mengen Reizgas vertrieben werden, haben einen neuen Weg gefunden, die Gasangriffe zu bekämpfen.

Zahlreiche in sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos zeigen, wie Protestierende einen Leitkegel (auch als Verkehrshütchen bekannt) über das Geschoß stellen und dann aus mitgebrachten Flaschen Wasser hineingießen, um die chemische Reaktion, die zu Temperaturen von über 300 Grad führt, zu stoppen.

Doch auch die Polizei passt ihre Einsatztaktik an: Am Montag wurde erstmals beobachtet, wie Beamte Streumunition abfeuerten, die in der Luft in mehrere Reizgasbehälter zerfällt, und nachdem die Demonstranten Laserstrahlen eingesetzt hatten, um die Polizisten zu blenden, versahen viele Einsatzkräfte ihre Schutzschilde in Augenhöhe mit reflektierendem Klebeband. (bed, 5.8.2019)