DER STANDARD war bei einer Milonga am Yppenplatz und am Karlsplatz mit der Kamera dabei.
DER STANDARD

Der Kalender Tango Argentino in Wien fasst die Szene ganz gut zusammen: Zwischen zwei bis zehn Veranstaltungen täglich kann sich entscheiden, wer auf einem Tanzparkett einen Tango tanzen will. Im Sommer werden zusätzlich die mobilen Tanzböden ausgerollt und mit Panzerklebeband auf einen der öffentlichen Plätze Wiens geheftet. Von diesen Milongas gibt es inzwischen rund alle zwei Tage eine. Zur Abenddämmerung finden sich Männer und Frauen oder Führende und Folgende zu Paaren ein und tanzen bis in die Nacht.

Zu den schönsten Plätzen zählen ein Steg an der Alten Donau, der Yppenplatz, der Burggarten – dessen Pracht derzeit unter einer Baustelle leidet – und der Karlsplatz mit barocker Karlskirche als Kulisse. Germano Milite, der mittwochs im Sommer den Yppenplatz bespielt, lehrt seit fast zwei Jahrzehnten in Wien Tango und erklärt sich das rege Interesse der letzten Jahre auch durch die Bildschirmkultur, die die Menschen dazu bringt, sich nach echten Berührungen zu sehnen: "Für drei Minuten können völlig fremde Menschen ineinander verschmelzen, das ist argentinischer Tango."

Tango auf dem Karlsplatz.
DER STANDARD/Maria von Usslar