In der Angiografie des Auges werden die Blutgefäße dargestellt. Bei der der Altersbedingten Makuladegeneration werden Bereiche der Netzhaut geschädigt.

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Die Menschen werden immer älter und damit tendenziell auch kränker. In einer alternden Gesellschaft steigt deshalb auch der Patienten und Patientinnen mit Makuladegeneration (AMD). Ein Sehverlust beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sie kann mitunter auch ein selbständiges Leben unmöglich machen.

Während die feuchte AMD in Grenzen behandelbar ist, gibt es für die trockene AMD bislang keine wirksame Therapie. An diesem Punkt setzt das europäische Forschungsprojekt Eye-Risk an, um Menschen mit einem hohen AMD-Risiko frühzeitig zu identifizieren, die Erkrankungsmechanismen besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln.

Risikos ermitteln

In der Studie waren 60.000 Betroffene eingeschlossen. Durch die Analyse des großen Datenpools ist es gelungen, vor AMD schützende Faktoren mit hoher Wirksamkeit zu identifizieren. "Wer aufs Rauchen verzichtet, sich mediterran ernährt und täglich bewegt, kann die Chance, sein Sehvermögen trotz eines hohen genetischen Risikoprofils bis ins späte Alter zu erhalten, wesentlich verbessern", fasst Marius Ueffing vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen, der das EU-Projekt koordinierte, zusammen

Die Daten zeigen, dass sich die AMD bei Menschen, die so leben, wesentlich langsamer entwickelt. "Im besten Fall kommt es dann gar nicht zur Spätform der AMD, die Betroffenen können weiterhin Auto fahren oder lesen und damit ein selbständiges und unabhängiges Leben führen", erklärt er.

Empfehlungen geben

Konkret sollte auf dem Speiseplan wenig industriell prozessierte Nahrung, dafür viel frisches, vitaminreiches Gemüse stehen. Fisch, Olivenöl und Omega-3-Fettsäuren, wahlweise auch in Form von Fischöl-Kapseln, schützen, wenn dies über längere Zeit regelmäßiger Bestandteil der Ernährung ist.

Für die körperliche Aktivität als schützender Lebensstilfaktor liegen ebenfalls konkrete Anweisungen vor. "Für einen älteren Menschen sind 5.000 bis 6.000 Schritte täglich empfehlenswert, also ein Spaziergang von etwa einer Stunde Dauer", so Ueffing. Alternativ kann auch eine dem Alter und den individuellen Voraussetzungen entsprechende sportliche Aktivität helfen.

Auf einem leeren Blatt Rechenpapier sehen

Besonders gefährdet, an AMD zu erkranken, sind Personen, deren enge Verwandte an der Netzhauterkrankung leiden. "In diesem Fall sollte man ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich zum Augenarzt gehen und sich auf Ablagerungen im Augenhintergrund untersuchen lassen, auf sogenannte Drusen", rät Ueffing. Erkennt der Augenarzt solche Fett- und Proteinablagerungen, ist der Zeitpunkt gekommen, den Lebensstil konsequent umzustellen. "Hat einmal ein Zellsterben im Auge eingesetzt, kann man den Prozess nur noch verzögern", warnt Ueffing. Wer verzerrte Linien auf Kacheln oder auf einem leeren Blatt Rechenpapier sieht, sollte den Augenarzt am besten umgehend aufsuchen.

Lebensstiländerungen können große Wirkung haben. "Wir sind überzeugt, dass es gelingen kann, die Zahl der durch AMD erblindeten Menschen bis zum Jahr 2030 auf die Hälfte zu reduzieren", sagt Ueffing. (red, 8.8.2019)