Huaweis Twitter-Umfrage endet unglücklich.

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PR-Berater haben eine simple Aufgabe. Sie sollen das Image des eigenen Arbeitgebers pflegen und für positive Interaktionen auf Social Media sorgen. Das dachte sich wohl auch Huawei. Der chinesische Konzern kann im schwelenden Handelsstreit mit den USA aktuell jegliche positive PR gut gebrauchen. Das Problem: Huawei scheiterte an der Umsetzung und schoss sich auf Twitter ein klassisches Eigentor.

Vorwurf befeuert

"Wem gehört Huawei?" fragte die offizielle Seite die Twitter-Community. Als Antwortmöglichkeiten standen die chinesische Regierung, Finanzinstitutionen, Konsortien und die eigenen Mitarbeiter zur Verfügung. 42 Prozent der User, und damit die Mehrheit, stimmten dafür, dass Huawei im Eigentum der chinesischen Regierung steht. Diese Antwort stand wohl kaum im Interesse der Umfragemacher.

Denn diese deckt sich genau damit, was die Amerikaner Huawei im Handelsstreit unter anderem vorwerfen. Die Regierung soll zu viel Einfluss auf das Unternehmen haben. Handfeste Beweise für Spionage konnten die Amerikaner bisher nicht auf den Tisch legen.

Komplizierte Besitzverhältnisse

Huawei hat diese Büchse der Pandora nun freiwillig wieder geöffnet. Denn in den letzten Monaten ist das Thema in der Öffentlichkeit eigentlich wieder abgeflaut. Zumal die Eigentumsverhältnisse sowie die Einflüsse des chinesischen Parteistaats selbst für Insider nur schwer nachzuvollziehen sind, wie die New York Times berichtete.

Zudem hat Huawei auch zwei Fragen vermischt. Die Umfrage fragt nach dem Eigentümer, der dazugehörige Hashtag "WhoRunsHuawei" aber danach, wer das Sagen hat.

Der Konzern hat jedenfalls eine klare Meinung und sagt, dass es den eigenen Mitarbeitern gehöre. Für diese Option stimmten 26 Prozent. Auf Facebook stimmten dafür 77 Prozent. (red, 7.8.2019)