Vereinzelt kommen noch Handys auf den Markt, die nur 3G unterstützen. Etwa das neu aufgelegte 3310 von Nokia.

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Apples erstes iPhone konnte nur 2G. 2008 präsentierte das Unternehmen sein zweites Smartphone, das dann auch 3G unterstützte.

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Anfang der 2000er startete die dritte Mobilfunkgeneration. Sie ermöglichte flottere Datenübertragungen und erstmals Anwendungen wie mobile Videotelefonie. Anfangs blieben die Geschwindigkeiten über UMTS jedoch noch unter den Erwartungen. Im Lauf der Jahre wurde die Datenübertragung dank der Weiterentwicklung HSPA auf maximal 42 Mbit/s ausgebaut. Damit war – später als geplant – der Grundstein für mobiles Breitband gelegt, das mit dem Aufkommen von Smartphones Ende des letzten Jahrzehnts stärkere Verbreitung fand. Mit dem baldigen Start von 5G dräut nun allerdings das Ende der 3G-Netze.

Eine Frage der Frequenz

3G wurde zunächst nur über die Mobilfunk frequenz 2100 MHz genutzt. 2020 steht dieser Frequenzbereich wieder zur Versteigerung offen und soll für den 5G-Ausbau herangezogen werden. Die Mobilfunkbetreiber sind anders als früher heute nicht mehr daran gebunden, eine Frequenz für eine bestimmte Technologie zu nutzen. Und so wird das 2100-MHz-Band schon heute auch für die vierte Mobilfunkgeneration LTE verwendet, während 3G auch über 900 MHz genutzt wird. Das war vormals 2G (GSM) vorbehalten. Die Nutzungsrechte an dieser Frequenz laufen noch bis 2034. Bis dahin muss auch das 900-MHz-Band neu vergeben worden sein.

Der österreichische Telekomregulator RTR geht davon aus, dass 2G noch länger verfügbar bleibt. Denn darüber wird etwa der Versand von SMS_und Sprachtelefonie sichergestellt. 3G soll hingegen von den neueren Mobilfunktechnologien abgelöst werden. Was passiert dann mit 3G-Smartphones? Ihre Tage sind gezählt. Denn wenn die 3G-Versorgung zurückgebaut wird oder die Netze komplett abgeschaltet werden, kann man mit diesen Geräten nur mehr über die langsameren GSM-Technologien GPRS oder EDGE im Internet surfen. Und das ist für moderne Internetanwendungen und Kundenansprüche meist zu wenig.

Abschaltung in nächsten Jahren

Hat nicht ohnehin schon jeder ein LTE-Smartphone oder -Modem und einen entsprechenden Tarif? Die Frage, wie viele Personen noch 3G-Endgeräte haben und nur ältere 3G-only-Tarife nutzen, lässt sich laut RTR nicht beantworten. Die Mobilfunker geben hier keine Auskunft. A1, Magenta und "3" sagen auf STANDARD-Nachfrage, dass man noch keine konkreten Pläne habe, 3G abzuschalten. Die meisten Tarife seien für 4G freigeschaltet, seit Jahren würden nur mehr LTE-fähige SIM-Karten ausgegeben. Bei der RTR rechnet man mit einer Abschaltung der Netze bis 2023. In Deutschland will Vodafone das 3G-Netz voraussichtlich bis 2021 abschalten, die Deutsche Telekom sichert eine Versorgung zumindest bis 2020 zu, wie der Spiegel Anfang Juli berichtete. Danach müssen Nutzer auf 4G- oder 5G-fähige Endgeräte und dazu passende Tarife umsteigen, sofern sie weiterhin mobiles Breitband nutzen wollen. (Birgit Riegler, 8.8.2019)