Der Essenszustelldienst Uber Eats erreichte im Gegensatz zu den Fahrdiensten starke Zuwächse und polierte damit den Konzernumsatz auf.

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Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat nicht nur in Österreich mit Problemen zu kämpfen. Die angebotenen Fahrdienstvermittlungen – das eigentliche Kerngeschäft des Unternehmens – werden auch im Gesamtkonzern langsam zum Sorgenkind. Hier wurde im zweiten Quartal lediglich ein Zuwachs von zwei Prozent in Vergleich zur Vorjahresperiode auf rund 2,35 Milliarden Dollar verzeichnet. Die Konkurrenz in diesem Feld ist groß, der Anbieter Lyft legte stark zu, ist bisher jedoch nur in den USA und Kanada aktiv, Uber hingegen setzte frühzeitig auf eine weltweite Expansion.

Ein Lichtblick für Uber zeigt sich aktuell, trotz der sonst so schlechten Zahlen, bei dem Angebot Uber Eats. Das Geschäft mit der Essenszustellung erlebt einen starken Aufschwung, die Erlöse erhöhten sich im Jahresvergleich um 72 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Dadurch konnte auch der Konzernumsatz um 14 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Dollar gesteigert werden.

Satte Zuwächse

Am Geschäft mit der Essenszustellung hält Uber auch fest, so wurde bereits im Juni verkündet, dass man in den USA bald die Essenslieferungen mit Drohnen testen würde. Nordamerika bleibt mit Abstand der größte Markt für Uber, der Umsatz in den USA und Kanada wuchs um 19 Prozent auf rund 1,78 Milliarden Dollar. In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika gab es ein Plus von 22 Prozent auf 502 Millionen Dollar. Somit macht Uber in Amerika mehr als doppelt so viel Umsatz als in den restlichen Märkten.

Dennoch geht das Wachstum insgesamt nur schleichend voran, besonders für Uber-Verhältnisse, da vor allem vor dem Börsengang im Mai große Wachstumsversprechen gegeben wurden. Gewachsen ist vor allem der Quartalsverlust, der sich auf insgesamt 5,2 Milliarden Dollar belief. Der Löwenanteil davon, nämlich 3,9 Milliarden, entfiel auf Aktienvergütungen für Mitarbeiter im Zuge des Börsengangs. Aber auch ohne diesen Effekt wäre der Quartalsverlust von 878 Millionen auf 1,3 Milliarden Dollar angestiegen.

Die Uber-Aktie sackte darauf am Freitag an der Wall Street im frühen Handel um fast neun Prozent auf etwas mehr als 39 Dollar ab. Der Börsengang im Mai erfolgte zu 45 Dollar je Aktie.

Lyft fährt auf und davon

Die Anleger sind enttäuscht, insbesondere da Uber-Konkurrent Lyft mit besser als erwarteten Zahlen überraschte. Der Mitbewerber steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 72 Prozent auf 876 Millionen Dollar. Ein kräftiger Kostenanstieg hinterließ jedoch auch bei Lyft seine Spuren, hier hatte man mit einem ansteigenden Quartalsverlust von 178,9 auf 644,2 Millionen Dollar zu kämpfen. Diese Verluste sind auch bei Lyft wie bei Uber zu einem großen Teil bei Start-ups übliche Praxis zurückzuführen, die Mitarbeiter mit Aktien zu entlohnen.

Unterdessen wollen auch in Österreich andere Fahrdienst-Vermittler Uber zu Leibe rücken. Hierzulande gibt es noch die Anbieter Bolt (ehemals Taxify) und das Vorarlberger Start-up Holmi (Hol mich, Anm.), wobei letzterer neben Wien bisher in nur drei anderen österreichischen Städten verfügbar ist. Bei Holmi nutzte man zum Einstieg ins Geschäft in Wien die rechtlichen Probleme, mit denen Uber ständig konfrontiert ist, und versicherte, dass man "komplett legal" arbeite und auch in Österreich Steuern zahle.

Trotz des Angriffs auf Uber taten sich Holmi und der Marktführer zusammen und starteten eine Petition für "faire Wettbewerbschancen für alle Mobilitätsanbieter". Die Petition erreichte über 40.000 Unterschriften und wurde an einen Ausschuss übergeben. Getan hat sich bisher nichts. (Lena Langbauer, 9.8.2019)