Donald Trump mit dem Chef der US-Waffenlobby Wayne LaPierre.

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Nach den Schusswaffenangriffen von El Paso und Dayton mit 31 Toten am Wochenende hat der Chef der US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) den Verzicht auf eine Verschärfung der Waffengesetze gefordert. Wayne LaPierre deutete am Donnerstag an, nach den jüngsten Attacken mit US-Präsident Donald Trump gesprochen zu haben.

Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen, dass LaPierre den US-Präsidenten am Dienstag während eines Telefonats vor strengeren Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern gewarnt habe. Trump hatte sich nach den Anschlägen in der Debatte um das lockere US-Waffenrecht für strengere Hintergrundüberprüfungen ausgesprochen. Das Weiße Haus bestätigte das Gespräch mit LaPierre nicht.

Er wolle die Inhalte "privater Gespräche" mit Trump oder anderen hochrangigen Politikern zu diesem Thema nicht öffentlich machen, teilte LaPierre mit. Sein Verband sei jedoch gegen "jede Gesetzgebung, die auf ungerechte Weise die Rechte gesetzestreuer Bürger verletzt", bekräftigte der NRA-Chef. "Die unbequeme Wahrheit ist: Die Vorschläge, die nun von vielen erörtert werden, hätten die schrecklichen Tragödien von El Paso und Dayton nicht verhindert."

Stärkere Regulierung

Die Rufe nach einer Verschärfung der Waffengesetze waren zuletzt lauter geworden. Mehr als 200 Bürgermeister forderten am Donnerstag den US-Senat dazu auf, ein Gesetz anzunehmen, das Hintergrundüberprüfungen für alle Waffenkäufer und eine stärkere Regulierung beim Handel mit gebrauchten Waffen vorsieht. Die Abgeordneten im Repräsentantenhaus hatten das Gesetz bereits angenommen.

Trump hatte der US-Bevölkerung diese Woche einen "sehr starken Appetit" auf strengere Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern attestiert. "Ich will psychisch instabilen Menschen keine Waffen in die Hand geben – oder Menschen mit Wut und Hass oder kranken Menschen", so Trump.

Kurz nach seinem Amtsantritt als US-Präsident hatte Trump ein unter seinem Vorgänger Barack Obama erlassenes Gesetz rückgängig gemacht, das es psychisch erkrankten Menschen erschwert hätte, Waffen zu erwerben.

Ohne sich auf eine konkrete Initiative zu beziehen, erklärte LaPierre, die nun diskutierten Gesetzesverschärfungen führten dazu, dass Millionen US-Bürger "weniger sicher und weniger in der Lage wären, sich und ihre Liebsten zu verteidigen".

Walmart reagiert

Währenddessen reagierte der US-Einzelhändler Walmart, jener Konzern, in dessen Filiale in El Paso am Samstag ein Schütze um sich gefeuert hatte, mit einem Memo an seine Mitarbeiter, wie "Vice" berichtet. Sie werden darin angewiesen, "Sofortmaßnahmen" zu ergreifen und aus den Geschäften Schilder und Darstellungen zu entfernen, die aggressives Verhalten oder gewalttätige Bilder zeigen, darunter auch Bildschirme, auf denen Demos von Videospielen zu sehen sind. "Entfernen Sie diese aus den Verkaufsräumen oder schalten Sie sie sofort aus", heißt es in der Anweisung, die auch auf Twitter kursiert.

Damit reagiert der Konzern auf die jüngsten Geschehnisse. Vor dem Zwischenfall in El Paso waren auch in einem Walmart in Mississippi zwei Menschen durch Schüsse getötet worden. Trotz dieser aktuellen Reaktion steht der Einzelhänder weiter in der Kritik, hat er doch bereits öffentlich erklärt, den Verkauf von Waffen auch nach den Angriffen nicht verbieten zu wollen. Walmart ist einer der größten Waffenverkäufer weltweit. (APA, red, 9.8.2019)