Nach nationalistischen Rufen und Ausschreitungen muslimischer Besucher habe man mit der Räumung des Tempelbergs begonnen, teilte die Polizei mit.

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Jerusalem – Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es am Sonntag nach Angaben der israelischen Polizei zu Ausschreitungen gekommen. Bei Konfrontationen mit Polizeikräften seien am muslimischen Opferfest Eid al-Adha mehrere muslimische Gläubige verletzt worden, berichteten israelische Medien.

Aus Sorge vor Spannungen hatte die Polizei zuvor die Schließung des Tempelbergs (Al-Haram al-Sharif/Das edle Heiligtum) für Juden und Touristen angeordnet. Das muslimische Fest Eid Al-Adha fällt in diesem Jahr mit dem jüdischen Fasten- und Trauertag Tisha BeAv zusammen. An diesem Tag wird der Zerstörung des jüdischen Tempels gedacht. Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Juden ist der Ort ebenfalls heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen, von denen der letzte im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde.

Kritik an Schließung für Juden

Die Polizei teilte mit, nach nationalistischen Rufen und Ausschreitungen muslimischer Besucher habe man mit der Räumung des Tempelbergs begonnen. Nach Medienberichten setzte die Polizei dabei auch Blendgranaten ein.

Die Schließung der Anlage für Juden sorgte unterdessen für scharfe Kritik ultra-rechter israelischer Politiker. Transportminister Bezalel Smotrich forderte, der Tempelberg müsse "nach Fortschaffung der Terroristen für Juden geöffnet werden". Er warf dem rechtskonservativen Regierungschef Benjamin Netanyahu (Likud) vor, dem Terror nachzugeben.

Zwischenfälle an Gaza-Grenze

An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel kam es ebenfalls am Sonntag erneut zu gewalttätigen Zwischenfällen. Laut Angaben der israelischen Armee erschossen Soldaten einen Palästinenser, der zuvor das Feuer auf sie eröffnet hatte. Auch am Samstag hatte die Armee dort vier schwer bewaffnete Palästinenser getötet. (APA, 11.8.2019)