Seit 2001 befinden sich US-Truppen in Afghanistan.

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Die USA und die radikalislamischen Taliban haben ihre jüngste Gesprächsrunde über Wege zum Frieden in Afghanistan in Doha offenkundig beendet. Beide Teams hätten bis 2:30 Uhr morgens (Ortszeit) gearbeitet, teilte ein Taliban-Sprecher am Montagmorgen auf Twitter mit. Die Gespräche seien "lang und nützlich" gewesen. Der Nachrichtenagentur Reuters teilte der Talibansprecher Zabihullah Mujahid mit, dass über technische Details einer Umsetzung des Pakts diskutiert wurde. Nun würden beide Seiten mit ihrer Führung über die weiteren Schritte beraten. Dennoch gab sich ein Taliban-Mitglied des Verhandlungsteams gegenüber Reuters wenig optimistisch und sprach von einer nicht gelungenen Einigung.

Es war nicht unmittelbar klar, ob die beiden Delegationen zu einer Einigung gekommen sind. Beobachter gingen aber davon aus, dass sie in diesem Fall vor der offiziellen Verkündung eines möglichen Abkommens erst mit ihrer Führung und im Falle der USA auch mit anderen wichtigen Partnern sprechen müssten.

Optimismus

Hochrangige Vertreter der Taliban sprechen seit Juli vergangenen Jahres mit US-Unterhändlern über eine politische Lösung des nun schon fast 18 Jahre währenden Konflikts am Hindukusch. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge und Garantien der Taliban, dass Afghanistan nicht zu einem sicheren Hafen für Terroristen wird. Die Gespräche sollen zudem in offizielle Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban münden. Die Islamisten hatten es bisher abgelehnt, mit der Regierung zu sprechen, die sie als "Marionette" des Westens betrachten. Auch ein Waffenstillstand war Thema.

Die Taliban wollen mit dem Präsidenten der afghanischen Regierung, Ashraf Ghani, nicht verhandeln.
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Ein Kommentar der US-Seite steht noch aus. Vor der jüngsten, mittlerweile achten Gesprächsrunde mit US-Chefunterhändler Zalmay Khalilzad hatten sich beide Seiten optimistisch gezeigt, ein Abkommen erzielen zu können. (APA, 12.8.2019)