Anlässlich des Chinesischen Neujahrsfestes werden geschlachtete Schweine prächtig verziert.

Foto: REUTERS/Stringer

China ist in vielerlei Hinsicht extrem. Das Land war 2016 mit rund 9.000 Millionen Tonnen ausgestoßenem CO2 und einem globalen Anteil von rund 28 Prozent zwar der größte Kohlendioxid-Emittent, pro Kopf stößt aber immer noch jeder Österreicher fast eine Tonne mehr CO2 aus als die durchschnittliche Chinesin. Dennoch wirkt es manchmal fast unfassbar, wenn man die Kennzahlen auf nationaler Ebene vergleicht und China gegen den Rest der Welt "antreten" lässt. Wir haben sieben der eindrucksvollsten Statistiken zusammengetragen:

Im deutschsprachigen Raum gibt es mit München, Berlin, Hamburg, Wien und Köln gerade einmal fünf Millionenstädte. In ganz Europa sind es 58. In China alleine gibt es also mit 125 Millionenstädten mehr als doppelt so viele wie in Europa. Das mittlerweile zerstörte beziehungsweise verfallene Chang'an erreichte irgendwann im 8. Jahrhundert übrigens als erste chinesische Stadt den Schwellenwert von einer Million Einwohnern. Peking folgte im Jahr 1775 als die erst vierte chinesische Millionenstadt.

China ist mit jährlich 55 Millionen Tonnen Schweinefleisch der mit Abstand größte Produzent weltweit. Um das zu bewältigen, leben mehr als die Hälfte aller Schweine der Welt in China. Der überwältigende Teil dieser Schweine wird dabei von den Chinesen selbst konsumiert, denn die EU war in Sachen Schweinefleischexport mit drei Millionen Tonnen 2018 Weltmarktführer.

*Anm: Es muss 41.000.000 Tonnen Zement pro Symbol heißen.

China wächst und wächst und wächst. Dafür baut man im Land unaufhaltsam, und das verschlingt Unmengen an ressourcen- und energieintensivem Beton beziehungsweise Zement. Zwischen 2011 und 2013 verbrauchte China so viel Zement wie die USA im kompletten 20. Jahrhundert. Und das, obwohl die USA im gesamten 20. Jahrhundert die größte Weltwirtschaft waren. 2017 produzierte China 2,7 Milliarden Tonnen Zement. Im Vergleich dazu: Weltweit waren es 4,1 Milliarden Tonnen.

Knapp 31.000 Kilometer an Hochgeschwindigkeitsverbindungen befinden sich bereits heute auf dem Boden der Volksrepublik – das sind rund zwei Drittel der global vorhandenen Gesamtlänge. Dabei begann China erst 2007 mit dem Bau von Hochgeschwindigkeitszügen – also solchen, die über 200 km/h schnell fahren. China möchte das größte Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt bis 2025 auf 38.000 Kilometer und bis 2030 gar auf 45.000 Kilometer Länge ausbauen – deutlich mehr als der Erdumfang.

Der chinesische Infrastrukturboom verbraucht naturgemäß wahnsinnige Mengen an Strom. Dieser wird trotz gewaltigen CO2-Ausstoßes zunehmend aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft gewonnen. Auch deshalb baut China – erneut unter Einsatz von Millionen Tonnen Beton – mehr große Staudämme als der Rest der Welt. Für eine Kategorisierung als großer Staudamm muss ein solcher eine Staumauer von mindestens 15 Metern Höhe haben oder Wasser im Gesamtvolumen von drei Millionen Kubikmetern fassen. Alleine für Chinas Drei-Schluchten-Talsperre, das Wasserkraftwerk mit der größten Generatorleistung der Welt, wurden 1,3 Millionen Menschen umgesiedelt.

Von der Imitation zur Innovation: 2017 wurden 1,38 Millionen Patente in China angemeldet – mehr als in den USA, der EU, Japan und Südkorea zusammen. Seit Mitte der 1990er-Jahre steigt die Anzahl der Patentanmeldungen in der Volksrepublik jedes Jahr. Bereits 2005 überholte China die EU und Südkorea, 2010 Japan und 2011 die USA. Die rasant steigende Zahl der Patentanmeldungen soll die wachsende Innovationskraft im Reich der Mitte zeigen. Dieses Bild zeichnen auch Daten zu Ausgaben für Forschung und Entwicklung oder zur Veröffentlichung von Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften.

Der Paradeiser ist das beliebteste Gemüse in Österreich, pro Kopf wurden im letzten Jahr 29 Kilo konsumiert. Mit 59 Millionen Tonnen jährlich liegt China weltweit an der Spitze der Tomatenproduktion. Dabei finden diese in der chinesischen Küche kaum Verwendung. Aus dem Großteil der Tomaten wird eine Paste erzeugt, die nach Europa, in den Nahen Osten und nach Afrika exportiert und zu Produkten wie Ketchup oder Sugo weiterverarbeitet wird. Aber nicht nur Tomaten werden im großen Stil in der Volksrepublik angebaut. China ist auch der größte Produzent von weiteren hierzulande beliebten Obst- und Gemüsesorten wie Äpfeln und Spargel. (Grafik: Sebastian Kienzl, Text und Recherche: Anika Dang, Fabian Sommavilla, 31.8.2019)