Ein Bild vom Juli zeigt die heftigen Brände in Taiga, nahe der sibirischen Stadt Krasnoyarsk.

Foto: Reuters/Ilya Naymushin

Moskau – Regen hat in den Waldbrandgebieten Sibiriens nach Einschätzung von Umweltschützern nur für leichte Entspannung gesorgt. "Momentan gehen die Brände wegen der Wetterbedingungen langsam zurück", sagte der russische Brandexperte Anton Beneslawski von der Organisation Greenpeace der Deutschen Presse-Agentur. Es lasse sich aber nur schwer vorhersagen, wann sie komplett gelöscht sein werden.

Nur ergiebige Regenfälle könnten das Feuer wirksam bekämpfen. "Angesichts dieser Größenordnung ist das Wetter der einzige Faktor", sagte Beneslawski.

Millionen Hektar Wald abgebrannt

Seit Wochen kämpfen Tausende Einsatzkräfte gegen die Flammen in der Taiga, dem für das Weltklima wichtigen Waldgürtel in Sibirien. Besonders betroffen sind aktuell nach Angaben der Behörden die Regionen Irkutsk und Krasnojarsk sowie die Teilrepublik Jakutien. Vor allem in schwer zugänglichen Gebieten seien die Löscharbeiten schwierig. Die Feuerwehr wird auch vom Militär unterstützt.

Löschflugzeuge im Einsatz.
Press TV

Nach Angaben von Greenpeace wüten derzeit Flammen auf einer Fläche von 5,4 Millionen Hektar. Die Umweltschützer werteten dafür eigenen Angaben zufolge Satellitendaten der Forstbehörden aus. Seit Jahresbeginn sind demnach 14,9 Millionen Hektar Wald abgebrannt. Im Rekordjahr 2012 waren es laut Greenpeace 18,1 Millionen gewesen.

Belastung für die Gesundheit

Viele Menschen in den betroffenen Regionen leiden seit längerem unter dem Smog. "Dichter Rauch, der bei den Bränden entsteht, ruft Krankheiten hervor", sagte Beneslawski. Zudem sei der Rauch schädlich fürs Klima, weil Kohlendioxid freigesetzt werde. Greenpeace errechnete, dass bei den Bränden mehr als 225 Millionen Tonnen CO2 pro Monat ausgestoßen worden seien – so viel, wie 49 Millionen Autos pro Jahr emittieren. (APA, 16.8.2019)