Der Weg in den Weltraum ist frei.
Foto: APA/AFP/Virgin Galactic

Washington – In der Wüste von New Mexico wird sich künftig für zahlende Kunden ein Tor in den Weltraum öffnen: Im dortigen Spaceport America wurde das Kontrollzentrum des Unternehmens Virgin Galactic errichtet und nun fertiggestellt. "Heute war ein großer Tag, die operative Bereitschaft des Weltraumbahnhofs zu verkünden", sagte der CEO von Virgin Galactic, George T. Whitesides.

Auch andere Weltraumunternehmen haben sich im Spaceport America, der in den Jahren 2005 bis 2011 gebaut worden war, bereits eingemietet. Virgin Galactic ist aber Betreiber und wichtigster Mieter des ersten Weltraumbahnhofs für kommerzielle Reisen ins All. In der Zwischenzeit ist die offiziell 2011 eröffnete Anlage selbst zum Ziel für Touristen geworden – bislang allerdings rein erdgebundene.

Wird hier noch vor dem neuen Berliner Flughafen die große Betriebsamkeit einkehren?
Foto: APA/AFP/Virgin Galactic

Mit der Fertigstellung seines Kontrollzentrums ist Virgin Galactic nun nicht mehr weit von dem Ziel entfernt, mit dem das Unternehmen 2004 vom britischen Milliardär Richard Branson gegründet wurde: nämlich Menschen auf suborbitalen Flügen in den Weltraum zu bringen. Konkret sollen sie an die sogenannte Kármán-Linie auf etwa 100 Kilometer Höhe herangebracht werden, womit sich die Reisen technisch betrachtet als Weltraumflüge qualifizieren. Die Touristen an Bord sollen mehrere Minuten im Weltraum verbringen und durch große Fenster die Erde von oben beobachten können, während sie Schwerelosigkeit erleben.

Um das zu gewährleisten, musste Virgin Galactic erst geeignete Fahrzeuge konzipieren. Das entwickelte System besteht aus einem Transportflugzeug (White Knight Two), welches das eigentliche Raumfahrzeug (Space Ship Two) auf 16 Kilometer Höhe bringt. Dort koppelt dieses ab und hebt zum unteren Rand der Thermosphäre ab. Die Entwicklung dieses Systems hatte sich länger als erhofft verzögert, ein besonders schwerer Rückschlag ereignete sich 2014, als einer der beiden Piloten bei einem Unfall ums Leben kam.

Das Trägerflugzeug White Knight Two mit dem eingeklinkten Raumschiff in der Mitte.
Foto: REUTERS/Gene Blevins

Nun aber sieht sich das Unternehmen bereit: Die ersten Touristen sollen im kommenden Jahr ihre Reise antreten können. Bisher konnte Virgin Galactic nach eigenen Angaben Reservierungen von mehr als 600 Menschen aus 60 Ländern verbuchen. Als Ticketpreis wurde im Vorfeld ein Betrag von 200.000 US-Dollar kolportiert.

Eine etwas exklusivere Form von Weltraumtourismus erlebte eine Handvoll Menschen in den 2000er-Jahren: Sieben betuchte Kunden durften in den Jahren 2001 bis 2009 die Internationale Raumstation besuchen, die auf einem Orbit von 320 bis 430 Kilometern Höhe und damit in der oberen Hälfte der Thermosphäre kreist. Diese Weltraumtouristen konnten den Anblick der Erde von oben gleich für mehrere Tage genießen – mussten dafür aber auch jeweils um die 20 Millionen Dollar hinblättern. (red, 16.8.2019)

Eine fast ganz normale Flughafenbar: Das Reiseziel macht den Unterschied.
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