Flüchtlinge wollen nicht nach Myanmar zurückkehren. Der Uno zufolge geht der Völkermord an den Rohingya in Myanmar weiter. Im Juli veröffentlichte Satellitenbilder zeigen, dass ihre Unterkünfte dort nach wie vor zerstört werden.

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Yangon – Bei einer Angriffsserie von Rebellen sind im Norden von Myanmar am Donnerstag laut staatlichen Medien mindestens fünf Menschen getötet worden. Einige Medien sprachen von mindestens 15 Toten. Mitglieder dreier Rebellengruppen hätten sich für die Angriffe auf fünf Militär- und Regierungseinrichtungen im Teilstaat Shan und der Region um die Stadt Mandalay zusammengeschlossen, meldete die Zeitung "Global New Light of Myanmar" am Freitag.

Die Angriffe von Donnerstagfrüh betrafen unter anderem eine Militärakademie. Beobachter sprachen von einer "noch nie da gewesenen Eskalation" im Konflikt zwischen den Rebellen und der Regierung in dem vorwiegend buddhistischen Vielvölkerstaat. Ein Rebellensprecher bezeichnete die Angriffe gegenüber dem Nachrichtenportal "Irrawaddy" als Reaktion auf eine Offensive des myanmarischen Militärs gegen eine Rebellengruppe im Bundesstaat Rakhine.

Erst der Anfang?

Mehr als 30.000 Zivilisten wurden bei der Offensive laut dem Rebellensprecher vertrieben. Die Aktionen der Rebellen seien "nur der Beginn" weiterer Angriffe, erklärte Tar Phone Kyaw von der Rebellengruppe Ta'ang National Liberation Army (TNLA). Neben der TNLA waren demnach auch die Arakan Army (AA) und die Myanmar National Democratic Alliance Army (MNDAA) beteiligt.

Die verschiedenen Ethnien kämpfen vor allem um ein eigenes Gebiet unter ihrer Kontrolle. Die Armee hatte ihnen zuletzt Gebiete in den Bundesstaaten Rakhine und Shan genommen.

Tausende Rohingya sollen zurückgeführt werden

Indessen hat Myanmars Regierung unter Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi mit dem Nachbarstaat Bangladesch die Rückführung von 3.450 geflohenen Rohingya beschlossen. Bangladesch hatte Myanmar im November eine Liste mit mehr als 22.000 Namen geschickt, nun habe Myanmar eine Freigabe für 3.540 Flüchtlinge erteilt, sagte ein Regierungssprecher. Laut dem UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) wird kein Rohingya gegen seinen Willen nach Myanmar zurückgebracht. Im November hatten hunderte Flüchtlinge gegen eine Rückführung protestiert.

Beide Länder hätten sich nun auf eine Liste mit Namen von Flüchtlingen geeinigt, jetzt solle das UNHCR prüfen, ob diese in ihre alte Heimat zurückkehren wollen, hieß es. Die Nachbarländer hatten schon früher ähnliche Rückführungsvereinbarungen getroffen, bisher hatte jedoch noch kein Flüchtling zurückkehren wollen.

Mehr als 700.000 Rohingya waren vor gut zwei Jahren innerhalb kurzer Zeit vor Militärgewalt nach Bangladesch geflohen. UN-Ermittler sprechen von einem "anhaltenden Völkermord" mit mindestens 10.000 Toten. Die Angehörigen der muslimischen Minderheit werden in Myanmar seit Jahrzehnten diskriminiert. (APA, 16.8.2019)