Lewandowski schrieb beim ersten Auftritt in der neuen Saison gegen die Hertha gleich zweimal an, für drei Punkte reichte es dennoch nicht.

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München – Trotz eines starken Robert Lewandowski hat Bayern München zum Saisonauftakt der deutschen Bundesliga eine bittere Enttäuschung erlebt: Anstatt gleich das erhoffte Zeichen zu setzen, leistete sich der Fußball-Rekordmeister gegen Hertha BSC einen unerwarteten Fehlstart. Die Bayern, deren Sportdirektor nach der Partie die Leihe von Philippe Coutinho bestätigte, mussten sich mit einem 2:2 (1:2) begnügen.

Lewandowski erzielte im Eröffnungsspiel der 57. Bundesligasaison in der 24. Minute die Führung für das überlegene Team von Trainer Niko Kovac. Der 30 Jahre alte Pole traf damit zum fünften Mal in Serie am ersten Spieltag und stellte eine neue Bestmarke auf.

Berliner Doppelschlag

Herthas Rekordeinkauf Dodi Lukebakio glich in einer flotten Partie in der 36. Minute aus. Der Belgier hatte sich schon im letzten Jahr als dreifacher Torschütze im Düsseldorfer Dress als Bayern-Schreck erwiesen. Marko Grujic gelang sogar das 2:1 für die bis zur Pause mutigen Gäste (39.). Erneut Lewandowski traf per Foulelfmeter nach Videobeweis (60.) zum Ausgleich.

Die Münchner verpassten ihren achten Auftaktsieg in Folge. Die Hertha konnte zwar erneut bei den Bayern nicht gewinnen – der letzte Auswärtssieg liegt 42 Jahre zurück -, doch die Berliner tankten für die kommenden Aufgaben Selbstvertrauen.

Einigung mit Coutinho

Die Bayern sind dafür bei ihren Transferbemühungen offenbar erfolgreicher. Ein Direktor des FC Barcelona bestätigte am Freitagabend, dass es "im Prinzip eine Einigung über eine Ausleihe von Coutinho gibt". Der 27 Jahre alte Brasilianer soll am Sonntag nach München kommen.

"Natürlich fehlen noch ein paar Details, der Medizincheck und die Unterschrift, aber wir sind sehr glücklich, dass wir diesen Spieler zum FC Bayern holen werden", sagte Salihamidzic Zu den finanziellen Modalitäten gab es keine Auskunft. Zudem werden der Gladbacher Michael Cuisance und Mario Mandzukic von Juventus Turin als weitere Zugänge nach Ivan Perisic gehandelt.

Die Bayern begannen ohne den gesperrten Perisic und angeschlagenen Leon Goretzka erwartet flott. Thiago und Thomas Müller hatten die ersten Chancen. Die Hertha war aber keinesfalls gewillt, den Bayern das Feld komplett zu überlassen. Die Berliner attackierten früh und versuchten, nach vorne zu spielen. Vedad Ibisevic kam so in der Anfangsphase zweimal zum Schuss.

Münchner Unordnung in der Defensive

Doch danach übernahmen die Bayern mehr und mehr die Initiative. Die Führung durch Lewandowski nach Hereingabe von Serge Gnabry hatte sich angedeutet. Die Münchner versäumten es jedoch nachzulegen und wurden durch einen abgefälschten Schuss von Lukebakio bitter bestraft. Es kam sogar noch schlimmer, weil die Bayern in der Abwehr beim 1:2 ganz schlecht sortiert waren und Grujic plötzlich alleine vor Neuer stand.

"Es ist auf jeden Fall viel Tempo im Spiel. Der Halbzeitstand ist ein bisschen überraschend, aber es ist unterhaltsam", sagte Bundestrainer Joachim Löw zur Pause bei DAZN.

Nach dem Wechsel drängten die Bayern auf den Ausgleich. Den teils wütenden Angriffen fehlte zunächst jedoch die Präzision. Und wenn es brenzlig wurde, war Hertha-Keeper Rune Jarstein zur Stelle. Gegen Lewandowskis Strafstoß war er jedoch machtlos. Der Bayern-Stürmer war von Grujic umgerissen worden. Schiedsrichter Harm Osmers aus Hannover entschied erst nach Videostudium auf Elfmeter. Danach vergaben die Bayern mehrmals den möglichen Sieg. (sid, red, 16.8.2019)