Bangkok – Eine an der thailändischen Küste gestrandete Baby-Seekuh ist mit Plastik im Bauch gestorben. Die "Marium" getaufte Seekuh starb den Behörden zufolge am Samstag an einer Infektion, die sich wegen Plastikteilen in ihrem Magen verschlimmert hatte. Meeresbiologen hatten die im Mai gestrandete Seekuh-Waise unter ihre Fittiche genommen und versucht, aufzupäppeln. Marium war ein Internet-Star.

Die Baby-Seekuh hatte in den vergangenen Monaten die Herzen der Menschen in Thailand erobert. Bilder, auf denen das Dugong-Baby gestreichelt und umsorgt wurde, hatten sich im Internet rasant verbreitet. Da Marium nicht von ihrer Mutter gefüttert werden konnte, versorgten die Tierärzte des Zentrums für Meeresbiologie die Seekuh mit Milch.

Ein junges Dugong-Weibchen strandete im April in Thailand. Die Helfer tauften das Tier "Marium".
Foto: AP/Sirachai Arunrugstichai

Auf einem Livestream konnten Fans das Dugong-Baby rund um die Uhr bei Fütterungen und Behandlungen verfolgen.

Viel Plastik im Magen

In der Nacht auf Samstag starb Marium jedoch. "Unsere Rettungsversuche sind gescheitert", sagte Chaiyapruk Werawong, der Direktor des Meereszentrums in der thailändischen Provinz Trang, wo die Baby-Seekuh zuletzt behandelt worden war. "Sie starb an einer Blutinfektion und hatte Eiter in ihrem Magen." Laut Werawong wurden in ihrem Darmtrakt kleine Mengen Plastikmülls gefunden, darunter ein 20 Zentimeter langes Stück Kunststoff.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Meereszentrums in der thailändischen Provinz Trang umsorgten die Baby-Seekuh.
Foto: AP/Sirachai Arunrugstichai

Eine behandelnde Tierärztin schrieb in einem Facebook-Beitrag, der Tod des Tieres solle für die Menschen ein Weckruf für den Umweltschutz sein. "Sie ist von uns gegangen, als hätte sie sagen wollen: Bitte sagt allen, dass sie nach uns schauen und die Arten schützen sollen."

Traurig über den Tod der Seekuh

Die Abteilung für Meeres- und Küstenressourcen des Zentrums für Meeresbiologie teilte den Tod der Baby-Seekuh auf ihrer Facebook-Seite mit. Tausende Menschen bekundeten Beileid und teilten die Erklärung mehr als 11.000 Mal. Kein Wunder, schließlich galt Marium laut Guardian auch als "Liebling der Nation". Auch auf Twitter drückten Nutzer ihre Trauer aus. Sie schrieben: "Wir werden dich vermissen" und positionierten sich auch für "eine friedliche Welt ohne Plastiksackerl".

Thailands Umweltminister kündigte auf einer Pressekonferenz an, dass "Marium" ausgestopft werden soll. "Ihr Tod wird die Thais und Menschen in aller Welt daran erinnern, keinen Müll in die Meere zu werfen", sagt der Politiker.

Dugongs gelten als seltene Tierart. In den Gewässern von Südthailand leben etwa 250 Tiere. Die Plastikverschmutzung der Gewässer gefährdet das Leben der Säugetiere. (APA, red, 17.8.2019)