Zwei US-Studien fanden einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Emojis und der Häufigkeit von Sex und dem Aufbau von Beziehungen.

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Für manche sind sie der Untergang der Kulturtechnik Schreiben, für andere einfach nur Mittel zum Zweck, um effektiver im Internet zu kommunizieren: Emojis spalten die Geister. Zwei aktuelle Studien stellen nun einen interessanten Zusammenhang zwischen der Nutzung der bunten Bilder und zwischenmenschlichen Beziehungen her. Kurz: Wer öfter Emojis verwendet, hat öfter Sex.

Zwei Studien mit insgesamt 5.600 Singles

Die Forscher vom Kinsey Institute der Universität von Indiana sowie dem Department of Psychology und dem Department of Gender Studies des Lake Forest College in Chicago haben in zwei Studien insgesamt rund 5.600 US-amerikanische Singles befragt. In einer Studie wurde untersucht, wie Emojis und Emoticons in der Kommunikation mit potenziellen Partnern eingesetzt werden, welche Motive dahinterstehen und ob ein Zusammenhang mit der Häufigkeit von Dates und Sex besteht. In der zweiten Studie wurde erweiternd untersucht, ob eine häufige Nutzung von Emojis zu mehr sexuellen Begegnungen führte.

Dafür wurden die Teilnehmer befragt, wie viele erste Dates sie innerhalb des letzten Jahres hatten, wie oft sie Sex hatten und wie oft es zu weiteren Dates mit derselben Person kam. Auch die Verwendung von Emojis mit diesen Dates wurde abgefragt.

Bessere Ausdrucksmöglichkeit

Die erste Studie ergab, dass 30 Prozent der über 5.300 befragten Singles in ihrer Kommunikation mit Dates regelmäßig Emojis einsetzten. Als Grund wurde angegeben, dass die Bilder eine bessere Möglichkeit bieten, sich auszudrücken, als rein textbasierte Nachrichten. Außerdem wurde bei dieser Befragung die Emoji-Nutzung mit mehr ersten Dates und mehr Sex assoziiert. Die zweite Studie mit 275 Teilnehmern ergab, dass die Häufigkeit der Emoji-Nutzung bei diesen Studienteilnehmern zwar nicht mit der Zahl der ersten Dates im letzten Jahr korrelierte. Allerdings bestand ein Zusammenhang zu Folgedates und Sex mit einer Person. Konkret: Jene Personen, die nach einem ersten Date mehr Emojis verwendeten, hatten eher Sex mit dieser Person, und die Dates führten eher zu festen Beziehungen.

Laut den Studienautoren kann man mit der Untersuchung der Emoji-Nutzung mehr sozialpsychologische Einblicke in die digitale Welt gewinnen. Immer mehr Menschen suchen Partner im Netz und kommunizieren daher auch über das Netz miteinander. Rein textbasierte Unterhaltungen seien aufgrund der fehlenden Mimik und Gestik aber schwierig. Emojis helfen dabei, Zuneigung und Emotionen auszudrücken und schneller intime Beziehungen aufzubauen. (red, 20.8.2019)