Expertinnen für journalistische Beiträge zu finden soll nun gleich durch zwei Projekte erleichtert werden.
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Frauen dienen noch immer oft als optischer Aufputz, während Männer als Experten vorkommen. Studien, etwa die regelmäßige Untersuchung von Media Affairs, zur Repräsentanz von Männern und Frauen in Medien zeigen, dass dies auch heute noch gilt. Fehlen Frauen als Expertinnen auf Podien oder in den Medien, heißt es oft, Frauen seien einfach schwerer zu finden. Dem wollen jetzt gleich zwei Initiativen etwas entgegensetzen.

Keine Ausreden mehr

Das Frauennetzwerk Medien, ein überparteilicher Verein für Journalistinnen und Medienfrauen, präsentierte nun seine Liste an Fachfrauen mit dem Titel "Mehr als 20 Politik-Expertinnen". Damit wolle man Journalistinnen und Journalisten nicht zuletzt die Ausrede wegnehmen, dass Männer angeblich leichter zu finden und zu kontaktieren seien, heißt es in der Aussendung des Vereins. Zu finden sind auf der Liste vor allem Politikwissenschafterinnen, Kommunikationswissenschafterinnen und Meinungsforscherinnen, aber auch Soziologinnen, Juristinnen und Frauen, die sich beruflich mit Online-Kommunikation auseinandersetzen.

"Es sind Frauen mit ausgezeichneter Expertise, die bei Fragen während eines Wahlkampfs profunde Auskunft geben können", sagt Alexandra Wachter, stellvertretende Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien. Sofern die Expertinnen auch parteipolitisch aktiv sind oder waren, oder auch für Parteien arbeiten, soll das vermerkt werden, "wir wollen das transparent halten", ergänzt Wachter. "Wenn ein Medium Frauen in einem wichtigen politischen Spielfeld wie einem Wahlkampf ausblendet, dann beschädigt es damit seine Glaubwürdigkeit", so Martina Madner, ebenso stellvertretende Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien.

Als Expertin registrieren

Ein ähnliches Projekt zum leichteren Finden von Expertinnen und Fachfrauen soll im Oktober starten. Unter frauendomaene.at könnten sich Expertinnen bereits selbst registrieren. "Wir wollen mehr Frauen sehen. Auf jedem Podium, bei jeder Veranstaltung, in jedem Workshop, bei jedem Festival – überall!" schreiben die Macherinnen von Frauendomäne, Sophie Rendl und Hannah Zach. Unterstützt wird die Webseite von dem Netzwerk für Unternehmerinnen "Frau in der Wirtschaft" der Wirtschaftskammer Wien und soll ab 9. Oktober nutzbar sein. (red, 20.8.2019)