Das Leben ist eine Challenge mit vielen Levels.

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Die Justiz hat neulich einem bekannten österreichischen Kurzzeitvizekanzler das Handy abgenommen. Das ist erstens ure gemein, weil das kurz zu einem Testosteronstau bezüglich halb- bis vierteldurchdachter Facebook-Postings führte. Und all das nur, weil sich die in Österreich spätestens seit Metternich linkslink unterwanderte Exekutive Gewissheit bezüglich aus dem Nichts kommender Verdachtsmomente in Sachen Packelei, Mauschelei und anderer heimischer Politfolklore verschaffen will!

Zack, zack, zack!

Da der frühere Kurzzeitvizekanzler laut der bunten Bedrohung und Tageszeitungssimulation "Österreich" möglicherweise aus einer gewissen Blauäugigkeit heraus offenbar alle politischen Visionen, Träume und Wünsche schriftlich via Whatsapp und SMS tätigt, weil sich der Telekommunikationssatellit oben in der Cloud die ganzen Informationen ja eh nicht merken kann – dafür ist er doch viel zu klein – kommt da natürlich ein historischer Vergleich gerade recht.

Josef Stalin, der beliebte Panzerkommunist und Begründer des Stalinismus aus dem schönen Georgien, war ebenfalls für seine Zettelwirtschaft berüchtigt. Nur dass bei ihm so eine Old-School-SMS bezüglich Befehlskette und politischer Gegner meist den Keller in der Lubjanka bedeutete, in Österreich aber höchstens Frühpension, Golden Handshake oder Umfärbung. In Österreich sagen wir zwar: Zack, zack, zack! Wer sich aber im heimischen Fußball ein wenig auskennt: So schnell schießen wir dann auch nicht. Es geht hierzulande auch immer etwas patscherter und gemütlicher über die Bühne. Menschlicher halt.

Man kann sich Leben kaufen

Was mich aber wirklich interessieren würde, und darüber erwarte ich mir baldigst eine investigative Doppelseite im "Falter", ist Folgendes: Welche "Candy Crush"-Challenge hat der ehemalige Kurzzeitvizekanzler auf seinem Handy zuletzt gewonnen? Auf welchem Level steht er? Und ganz wichtig für uns alle: Wie viele Leben besitzt er? Schlechte Spieler wissen das: Bei "Candy Crush" kann man sich insgesamt fünf Leben kaufen. Die meisten vom Schicksal oder der eigenen Dummheit geschlagenen Menschen wären schon froh über ein zweites. Ich bitte den Whistleblower im Ermittlungsteam um ehestmögliche Aufklärung! (Christian Schachinger, 21.8.2019)