"The International 2019" wurde eröffnet.

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"Welcome to the International!", mit diesen, in der Dota-Szene mittlerweile legendären, Worten eröffnete Valve CEO Gabe Newell das Hauptevent des diesjährigen Megaturniers in Shanghai. "The International Dota 2 Championships" sind die Weltmeisterschaften von Dota 2, einem Free-to-play-MOBA von Valve. Das Turnier ist bekannt für das immense Preisgeld, welches dabei ausgeschüttet wird. Angefangen von 1,6 Millionen US Dollar im Jahr 2011 und 2012, stieg das Preisgeld auf mittlerweile über 33,5 Millionen US Dollar. Damit ist es erneut das bestdotierte E-Sport-Turnier aller Zeiten. 16 Teams kämpfen um die begehrte Trophäe, das "Aegis of Champions".

Welche Teams sind dabei?

Von Donnerstag bis Sonntag wurden die Plätze im Turnierbaum vergeben. Dieser ist in eine obere Hälfte und eine untere Hälfte unterteilt. Der große Vorteil am Upper Bracket ist, dass man einerseits nur Bo3 (also auf 2 gewonnene Spiele) spielt und andererseits einmal verlieren darf. Die erste Runde des Lower Bracket ist jedoch Bo1 und der Verlierer ist raus. Die 18 Teams der Gruppenphase wurden in 2 Gruppen geteilt. Die Top 4 starten in der oberen, die Plätze fünf bis acht in der unteren Hälfte. Die beiden Teams an neunter Stelle scheiden aus dem Turnier aus. Während sich in Gruppe B mit OG, Vici Gaming, Virtus Pro und Evil Geniuses die vier Favoriten durchgesetzt haben, gab es in Gruppe A zumindest eine größere Überraschung. Team Liquid, Champion von 2017 und eins der dominanten Teams der vergangenen zwei bis drei Jahre, muss den Kampf um das Aegis aus der unteren Hälfte des Turnierbaums in Angriff nehmen. Während es Team Secret, PSG.LGD und TNC.Predator eher wenig überraschend in die Top 4 geschafft haben, komplettiert mit Newbee ein Überraschungsteam das Quartett. Die Plätze für das Hauptevent sind bezogen.

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Aufwendig inszenierte Eröffnung

Die Eröffnungszeremonie wurde gewohnt aufwendig gestaltet. Den Anfang machte das Shanghai Symphony Orchestra, welches Auszüge aus dem Soundtrack von Dota 2 zum Besten gab. Während der Darbietung tanzten Artisten zu den Klängen des Orchesters. Anschließend gab noch eine Trommlergruppe die verschiedensten Rhythmen zum Besten, bevor die Spieler der verschiedenen Teams nach und nach die Bühne der Mercedes Benz Arena betraten. Als 16. und letztes Team betrat das von Red Bull gesponserte Team OG die Bühne. Captain Johan "N0tail" Sundstein brachte das Aegis zurück in die Arena, welches er und sein Team für den Sieg im Vorjahr erhalten hatte. Danach eröffnete Gabe Newell offiziell das Turnier und es hieß Bühne frei für die erste Begegnung des Tages.

Yaroslav Tekcac Petrushyn

Chinesen dominieren Turnier erneut

Das chinesische Team PSG.LGD traf im ersten Bo3 des Upper Bracket auf die Russen von Virtus.Pro. PSG.LGD war voriges Jahr denkbar knapp am Gewinn des Aegis dran, sie mussten sich im Finale nur OG mit 2:3 geschlagen geben. Auch dieses Jahr sind sie dem Finale einen Schritt näher, die Chinesen konnten sich gegen VP klar mit 2:0 durchsetzen. Im zweiten Bo3 des Upper Bracket kam es zum Duell von TNC.Predator von den Philippinen und Vici Gaming aus China. TNC konnte nach sehr langen 76 Minuten das erste Spiel für sich entscheiden. Im zweiten Spiel konnten sie anfangs gut mit VG mithalten, ehe die Chinesen den Sack zumachten. Im dritten Spiel zeigte sich, warum VG einer der Mitfavoriten auf den Titel ist und nach 34 Minuten sicherte sich Vici Gaming mit einem Sieg ihren Platz in den Top 6 des Turniers.

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Publikumsliebling bereits ausgeschieden

Nach den beiden Bo3 im Upper Bracket starteten die gefürchteten Bo1 Begegnungen im Lower Bracket des Turniers. Den Anfang machte erneut ein Team aus China, RNG, gegen die Europäer von Alliance. Trotz guten Beginn konnte sich RNG, befeuert vom Heimpublikum, durchsetzen. Damit forderte der erste Turniertag sein erstes Opfer. Alliance, mit dem Deutschen Maximilian "qojqva" Bröcker, war draußen. Im zweiten Spiel ging es für die Champions von 2017 um alles. Team Liquid, mit dem deutschen Captain Kuro "KuroKy" Salehi Takhasomi, kämpfte gegen Fnatic aus der SEA Region um den Verbleib im Turnier. Liquid hielt dem Druck stand und besiegte Fnatic nach 40 Minuten. Damit muss auch Publikumsliebling IceIceIce frühzeitig die Heimreise antreten.

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Extrem knappe Duelle

Weiter ging es mit zwei Underdogs. Infamous aus Südamerika gegen ein weiteres Team aus China, Keen Gaming. Die Chinesen galten hier klar als Favorit, Infamous beendete 2017 das Turnier auf dem geteilten 13.-16. Platz und konnte sich 2018 gar nicht für das TI qualifizieren. Doch dank einer sehr starken Leistung in den Teamfights konnte sich Infamous erfolgreich für eine weitere Runde qualifizieren und das erste chinesische Team wurde aus dem Turnier geworfen. Die letzte Begegnung des Tages erfolgte zwischen Mineski aus Südostasien und dem CIS Traditionsteam Natus Vincere. Als nach einer halben Stunde alles nach einem Sieg für NaVi aussah, kämpfte sich Mineski beherzt zurück ins Spiel und nach knapp einer Stunde Spielzeit sicherte sich das SEA Team deren Platz in der nächsten Runde. (Philipp Simmer, 21.8.2019)