Zu tief ins Glas geblickt? Eine Krankenschwester aus New York beseitigt diskret die Folgen – gegen gutes Geld.

Foto: AP Photo

Durchgefeierte Nächte, lange Kundentermine – Leben und Arbeiten am Limit. Solche exzessiven Beschreibungen wurden im Zuge der Finanzkrise aus der Branche oft gegeben. Investmentbanker und Hedgefonds-Manager, die bis in die Nacht hinein arbeiten und dann in den Bars den Ton angeben – samt übernächtigem Kater am Folgetag.

Genau das hat eine Krankenschwester aus New York zu ihrem Geschäftsmodell gemacht. Sie bietet Infusionen an mit Salzlösungen, Vitaminen und anderen Medikamenten, damit die Reichen und Bekannten die Nacht der Übertreibung gut überstehen. Nutri Drip heißt das Unternehmen, dessen Mitarbeiter regelmäßig in Büros von Hedgefonds-Managern und in Penthouses auftauchen, um den Kater zu besänftigen. Laut Bloomberg schnurrt das Geschäft. Milliardäre, Models, Musiker, Sportler – das Interesse, den Hangover auszuschalten, ist groß.

Diskretes Business

Das Business laufe sehr diskret ab. Die Krankenschwester, die ihren vollen Namen Bloomberg nicht sagen wollte, stehe auf einer Liste, die weitergegeben wird. Sie werde im Fall direkt angerufen, jeder wisse, dass die Arbeit sehr unauffällig erledigt werde. Neben Büros, Häusern, Hotelzimmern oder begehbaren Zentren steht auch ein Katerbus zur Verfügung, in dem Dehydrierte, Alkoholkranke oder Überbleibende der Nacht behandelt werden.

Warum leiden?, so das Motto derer, die im Hangover-Business tätig sind. Doch der Service kostet. Mehrere Hundert Dollar müssen für eine Sitzung lockergemacht werden. Somit müssen mit den Folgen eines Rausches nur diejenigen klarkommen, die sich so eine Nachbehandlung nicht leisten können.

Leute im Business sprechen davon, eine Nische im aufstrebenden Trend zu mehr Wohlbefinden zu besetzen. Na dann, Prost! (bpf, 22.8.2019)